Honduras, die etwas andere Welt

Vor vier Wochen bin ich in Honduras angekommen. Die ersten Tage verliefen ruhig, man gab mir Zeit anzukommen und ein wenig die Hauptstadt Tegucigalpa kennenzulernen. Man hört sehr viel Negatives von dieser Stadt, doch sie gefällt mir. Es ist eine sehr lebendige Stadt, ein urbanes Chaos mit Charme.

Nach einer Einführung in die Lage des Landes, nahmen wir an einigen Konferenzen verschiedener NGOs teil. Obwohl ich den Durchblick durch den Akronym-Dschungel noch nicht ganz beherrschte, fand ich die Diskussionen sehr interessant. Oft sprach man von Kampf und Widerstand, von einer wissenschaftlicher Perspektive versteht sich. Die Lage im Land wurde als sehr angespannt dargestellt. Die politische Elite hat ihre Glaubwürdigkeit wegen verschiedenen Korruptionsskandale, den manipulierten Wahlen 2017 und die darauffolgende Repression verloren. Die Zivilgesellschaft ist bereit sich zu organisieren und Widerstand zu leisten. Die Diskussionen und Informationen weckten bei mir nicht nur die Neugier auf die bevorstehende Feldarbeit, sondern steigerten meine Vorfreude darauf. Continue reading

Ereignisreicher Start ins neue Jahr sowie bei ACOGUATE

Mit dem Beginn des neuen Jahres fing auch endlich mein Einsatz als Menschenrechtsbegleiterin im Rahmen des internationalen Projekts ACOGUATE an. Voller Wissens- und Handlungsdrang startete ich die Ausbildungsphase vor Ort. Bereits 3 Tage nach Beginn geschieht Unerwartetes: Das Justizsystem gerät in Bewegung!

Nachdem das Genozidurteil gegen Ex-Diktator Ríos Montt de facto annulliert wurde, bzw. das Verfahren praktisch nochmals von vorne losging, hatten Viele bereits die Hoffnung auf Gerechtigkeit aufgegeben im Hinblick auf die unzähligen Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung, die zwischen 1978-1983, der blutrünstigsten Phase des Internen Konflikts, begangen worden waren. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt.

Da das Rad der Gerechtigkeit in Guatemala endlich in Schwung kommt (so zumindest der Schein der Dinge), ist unser Einsatzteam, die sogenannte “mobile Gruppe”, mit Arbeit überhäuft. Die internationale Präsenz wird in Guatemala als sehr wichtig erachtet insbesondere in letzter Zeit, in der sich immer mehr ZeugInnen aussprechen. Diese Aussagen können nicht einfach ignoriert oder totgeschwiegen werden, wenn die ganze Welt zuhört.

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Was ist von Jimmy Morales’ Regierung zu erwarten?

Am Morgen des 26. Oktober erwacht Guatemala mit einem neu gewählten Präsidenten. Jimmy Morales, der gegen Kandidatin Sandra Torres einen Erdrutschsieg einfahren hat, ist Komiker. Seinen erfolgreichen Quereinstieg in die Politik verdankt Morales dem Rückhalt der Partei Frente de Convergencia Nacional, die von einer Gruppe rechtsgerichteter ehemaliger Armeeangehöriger gegründet wurde. Ohne die Unterstützung der beiden wählerstärksten konservativen Parteien Líder und Partido Patriota – letzerer gehörte der abgesetzte Präsident Otto Pérez Molina an – im zweiten Wahlgang wäre Morales’ Sieg allerdings in Frage gestanden.

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La coopération suisse au Honduras

Christelle Genoud, observatrice de PWS-PROAH au Honduras, a récemment rédigé un article sur le rôle de la coopération suisse au Honduras sur le blog de foraus:

Depuis le coup d’Etat de 2009, le Honduras est victime d’une militarisation croissante, de taux d’assassinats et d’impunité records, ainsi que de corruption et d’inégalité grandissantes. Dans ce contexte, quelle est la stratégie de la coopération suisse au Honduras ?

Le 29 janvier 2015, le Président Obama a sollicité au Congrès américain un budget d’un milliard destiné à un projet d’aide en Amérique Centrale (Honduras, Guatemala et Salvador) appelé Alliance pour la Paix et la Prospérité du Triangle Nord. Depuis, le débat s’est ouvert sur la capacité de ce plan à réellement endiguer les problèmes économiques et sécuritaires de ces pays. Dans sa majorité, les spécialistes du Honduras dénoncent un plan récompensant les responsables de ces problèmes, c’est-à-dire les entreprises privées ainsi que l’oligarchie. Cette question nous renvoie aux défis que la coopération internationale (CI) rencontre dans ce pays : illustration au travers du cas suisse.

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Entre troubles politiques et campagne électorale

L’ambiance est tendue depuis quelques semaines au Guatemala. Le 16 avril, la Commission Internationale contre l’Impunité au Guatemala (CICIG) a publié un rapport impliquant plusieurs officiels de l’Etat dans une structure de crime organisé au sein même du gouvernement, qui serait contrôlé par les offices douaniers. Il a été révélé que le secrétaire privé de la vice-présidente, aujourd’hui en fuite, n’est autre que le chef de ce réseau criminel. En outre, certains indices démontreraient que la vice-présidente et le président lui-même connaissaient l’existence de ce réseau et pourraient en être complices d’une manière ou d’une autre.

Ironie : La marche du 10 mai dans la région ixil pour la commémoration du deuxième anniversaire de la condamnation de Ríos Montt passe sous les guirlandes du Partido Patriota, parti politique de l’actuel Président ©Magali Grossenbacher/2015

Ironie : La marche du 10 mai dans la région ixil pour la commémoration du deuxième anniversaire de la condamnation de Ríos Montt passe sous les guirlandes du Partido Patriota, parti politique de l’actuel Président ©Magali Grossenbacher/2015

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