Eine Analyse seiner Auswirkungen auf die Umweltverschmutzung
Artikel verfasst von: Karla, Menschenrechtsbeobachterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.
Tegucigalpa, Honduras
Petrolkoks ist ein Nebenprodukt der Erdölraffination, das wegen seiner negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit in der Öffentlichkeit grosse Besorgnis hervorruft. Dieses kohlenstoffreiche Material wird hauptsächlich als Brennstoff in verschiedenen Industrien verwendet. Seine Herstellung und Verwendung hat jedoch eine Reihe negativer Auswirkungen, die berücksichtigt werden müssen.
Zusammensetzung von Petrolkoks
Petrolkoks entsteht bei der Raffination von Rohöl, bei der die verschiedenen Bestandteile des Rohöls voneinander getrennt werden. Dieser feste Rückstand ist hochgiftig und liegt in Form von Partikeln vor, die bei der Handhabung und Lagerung in die Umwelt gelangen können. Seine Zusammensetzung umfasst Schwermetalle wie Nickel, Vanadium, Cadmium, Schwefel (in Form von Schwefelwasserstoff), Blei, Quecksilber, Chrom, Spuren von Metallen und flüchtige organische Verbindungen, die als Schadstoffe die Luft- und Wasserqualität beeinträchtigen können.
Auswirkungen auf die Umwelt
Zu den mit Petrolkoks verbundenen Problemen gehört die Beeinträchtigung der Wasserqualität. Während des Raffinationsprozesses werden grosse Mengen Wasser verbraucht, das mit Schwermetallen und anderen Abfällen belastet ist. Dieses verschmutzte Wasser kann in lokale Gewässer gelangen und Ökosysteme erheblich beeinträchtigen, was langfristig zum Verlust der Biodiversität führt.
Ausserdem werden bei der Verbrennung grosse Mengen an Feinstaub, Schwefeldioxid und anderen Schadstoffen freigesetzt, die zu Luftverschmutzung führen und Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Gesundheitsprobleme verursachen können. [i]
Zudem trägt die Verbrennung von Petrolkoks durch die Emission von Gasen, die die globale Erwärmung verstärken, zum Klimawandel bei.
In Honduras ist der Einsatz von Petrolkoks für ein geplantes Wärmekraftwerk in Tocoa, Colón, vorgesehen, das von Ecotek im Auftrag von Emco Holdings entwickelt wird.
Die Anlage soll in einem Wohngebiet errichtet werden und würde auch Wasser aus den Flüssen nutzen, die die örtlichen Gemeinden versorgen. Das Projekt stösst bei der lokalen Bevölkerung auf Widerstand. In offenen Bürgerversammlungen, in denen die Bevölkerung zum Projekt konsultiert wurde, war ihre Antwort ein klares «Nein» zum Vorhaben. Die Bevölkerung argumentiert, dass der geplante Einsatz von Petrolkoks hochgiftig und derzeit in Honduras nicht reguliert ist. Trotz des eindeutigen Ergebnisses der Befragung und der von den Gemeinden und Menschenrechtsorganisationen geäusserten Bedenken treiben die lokalen Behörden das Projekt weiter voran. Dies hat zu einer angespannten und von Angst geprägten Atmosphäre in den betroffenen Gemeinden und unter den Menschenrechtsverteidigern geführt.
Das Petrolkoks-Projekt in Tocoa ist nicht nur eine Bedrohung für die Umwelt, sondern steht auch exemplarisch für den Kampf um soziale Gerechtigkeit und Selbstbestimmung.
Peace Watch Switzerland (PWS) wird die betroffenen Gemeinden in Tocoa weiterhin mit Menschenrechtsbeobachter*innen begleiten und die Menschen bei der Einforderung ihrer Rechte unterstützen.
Titelbild: Bürgerversammlung in Tocoa, Foto aufgenommen von einem Freiwilligen von PWS.
[i] https://www.jornada.com.mx/2020/11/21/delcampo/articulos/coque-danos.html