Der Mut von Frauenrechtsverteidigerinnen

Artikel von Laura Viedma, internationale Menschenrechtsbeobachterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.

Tegucigalpa, Francisco Morazán, Honduras

Am Donnerstag, dem 9. April 2026, fand in Trujillo im Norden von Honduras ein Workshop für Menschenrechtsverteidigerinnen statt, der von Peace Watch Switzerland (PWS) und der Plataforma Internacional Contra la Impunidad (PICI) organisiert wurde. 22 Frauen nahmen daran teil.

Es war eine Gelegenheit, sich über ihre jeweiligen Kämpfe, die Herausforderungen, denen sie täglich begegnen, und mögliche Strategien für ihre Arbeit auszutauschen. Dieser wertvolle Moment der Begegnung brachte mich dazu, darüber nachzudenken und mich zu fragen, was es bedeutet, in Honduras eine Menschenrechtsverteidigerin zu sein.

Dieser Artikel basiert hauptsächlich auf drei Interviews mit Menschenrechtsverteidigerinnen aus dem Süden und Norden des Landes, die wir im Rahmen der Arbeit von PWS begleiten, sowie auf einem Interview mit Lorena Mayén Elvir, Menschenrechtsberaterin – insbesondere zu Frauen- und Kinderrechten – und Leiterin des Workshops, sowie auf dem anschliessend erstellten Bericht über diese Aktivität.

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Abtreibung in Honduras: Eine indigene Frau verklagt den Staat Honduras vor der UNO in Genf

Artikel von Anselma, internationale Menschenrechtsbegleiterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Fausia wurde 2015 in Honduras vergewaltigt und schwanger. Ihr wurde nicht nur unglaubliche physische und psychische Gewalt angetan, sondern sie wurde auch gezwungen, das Kind zu behalten und auszutragen. In Honduras ist dies kein Einzelfall, denn ein Schwangerschaftsabbruch ist hier unter allen Umständen verboten.

Sogar bei Vergewaltigung, Inzest, Missbildung des Fötus oder Gefährdung des Lebens der Frau verbietet es das honduranische Recht, eine Schwangerschaft abzubrechen.[1] An einer Pressekonferenz im April 2024 in Tegucigalpa erfuhren wir von dem erschütternden Schicksal einer jungen indigenen Frau: Fausia (fiktiver Name) wurde 2015 in Honduras von zwei Männern angegriffen, vergewaltigt und geschwängert. Sie hatte keinen Zugang zur “Pille danach”, denn diese war damals noch verboten.[2]

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Porträts von mutigen Frauen

Artikel von Mónica, honduranische Menschenrechtsbegleiterin von PWS in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Ich blicke in den klaren Himmel und dann nach unten, wo ich die Spiegelung der Wolken auf der ruhigen Oberfläche des Flusses entdecke. Dieser Ort hat etwas Magisches an sich. Alles, was ich um mich herum sehe, ist durchdrungen von Hunderten von Geschichten – aus der Kindheit, vom Kampf und von der Liebe für das Land und seine Ressourcen.

Ich beobachte weiter, höre zu und sauge die Energie des Ortes auf, während ich den Kaffee trinke, den Rebecca für mich zubereitet hat. Wenn sie anwesend ist, nimmt sie sich immer Zeit für mich. Auch an arbeitsreichen Tagen hat sie immer Zeit, mich beim Fluss mit einer Tasse Kaffee in der Hand zu begrüssen.

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Kriminalisiert werden wegen Verteidigung eines Flusses: Was bedeutet es, kriminalisiert zu werden, und welches sind die Folgen und Auswirkungen?

Artikel von Nicolas Schärmeli, internationaler Menschenrechtsbegleiter von PWS in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Ich werde nie vergessen, wie bei einer meiner ersten Begleitungen in einer der Gemeinden, die regelmässig von PWS besucht werden, zusammen mit meiner Kollegin mit Antonio ins Gespräch kam. Antonio ist ein Menschenrechts- und Umweltverteidiger, der sich in seiner Gemeinde für die Erhaltung des Flusses als Lebensader für die ganze Gemeinde einsetzt. Wir blieben den ganzen Nachmittag im Haus von Antonios Familie und redeten viel. An einem Punkt des Gesprächs begann er, uns von seinem Kampf und seiner persönlichen Geschichte zu erzählen. Nach einer Zeit öffnete sich auch seine Frau uns gegenüber und sprach von ihrer Rolle und wie sie sich in diesen schwierigen Zeiten fühlte.

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Offener Brief an alle Menschenrechtsverteidigerinnen

Artikel von Monica Galvez, honduranische Menschenrechtsbegleiterin von PWS in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Liebe Menschenrechtsverteidigerin

Ich schreibe Dir als eine Person, die täglich Privilegien genießt. Privilegien, von denen die meisten genau etwas mit Deinem ständigen Kampf für meine Rechte zu tun haben. Als Honduranerin, mit einer Universitätsausbildung und einem Unterstützungsnetz, denke ich oft darüber nach, wie ich meine Chancen erhalten habe. Mir ist klar, dass es sich dabei um Grundrechte handelt, aber im Kontext meines Landes sind es tatsächlich Privilegien.

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