“La Esperanza” y “Utopia”: das Vermächtnis von Berta Cáceres

HONDURAS. La Esperanza, ein schöner Name für eine kleine Stadt auf 1800 m Höhe in den grünen Bergen im Norden Honduras. Esperanza/Hoffnung auf Gerechtigkeit, auf Einhaltung der fundamentalen Menschenrechte, auf ein funktionierendes Rechtssystem, auf Respektierung der Rechte der indigenen Bevölkerung in ihrem Kampf um Wasser, Wald und Boden. Wünsche, die in Honduras in weiter Ferne liegen und nur im harten Kampf gegen Korruption, Vetternwirtschaft, Manipulation der Gesetze zugunsten der wirtschaftlichen Interessen der Machthaber und der Kriminalisierung der engagierten Bevölkerung erreicht werden können. La Esperanza, der Geburtsort von Berta Cáceres, der Mitbegründerin und Vorsitzenden der COPINH, der Basisorganisation, die sich für eben diese Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Berta Cáceres, weltbekannte, unermüdliche und äusserst beliebte Kämpferin, die vor drei Jahren erschossen wurde, weil sie den Interessen der Regierung und ihren Wirtschaftspartnern im Wege stand. Continue reading

Schutt und Asche unter Palmen

KOLUMBIEN. Auf unserer Fahrt nach Las Pavas passieren wir mit Palmen gesäumte Wege, die karibisches Flair wie im Ferienkatalog vermitteln. Doch hinter den Palmen verbergen sich kein weisser Sandstrand und Sonnenschirmchendrinks, sondern die skrupellose Palmölfirma “San Isidro”. Sie ist dafür verantwortlich, dass der grösste Teil der einst hier ansässigen Campesin@s ihr Land und ihre Häuser verlassen mussten. Von den ehemals über 100 Familien, die in Las Pavas gelebt haben, sind inzwischen wieder 10 Familien zurückgekehrt, wie uns einer der Bauern berichtet. Die übrigen Campesin@s sind ins benachbarte Buenos Aires geflohen.

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Die Allianz PWS – PAS (Pensamiento y Acción Social) feiert das 10-Jahre-Jubiläum

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KOLUMBIEN. Vor genau zehn Jahren, im März 2009, machte Peace Watch Switzerland (PWS), zusammen mit PAS, sein Begleitprojekt in Kolumbien offiziell. Ein Freiwilligenteam startete mit den Begleitungen von Gemeinschaften, die sich für ihr Territorium und die Menschenrechte einsetzten. Seither taten es ihnen Dutzende von Freiwilligen gleich und begleiteten Hunderte von Personen.

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Pressefreiheit

HONDURAS. Verpflegt werden wir. Auch wenn dazu keine formelle Verpflichtung oder Abmachung besteht. Wir essen dann halt, wenn sie das Gefühl haben, es sei jetzt an der Zeit, und nicht unbedingt wenn wir Hunger haben. Überhaupt sind wir sehr genügsam, duldsam, flexibel, anpassungsfähig und verständnisvoll.

Wir hätten Jairo um 11 Uhr an der Busstation in Choluteca abholen sollen, um ihn auf seiner Fahrt nach Tegucigalpa zu begleiten. Er meldet per Telefon, er sei verspätet. Gegen Mittag trifft er mit einem Freund ein. Zuerst geht es in die grosse Shopping Mall zur Bank und zum Telecomanbieter. Dann muss das Auto eines anderen Freundes in der Garage abgeholt werden. Danach fahren wir zu seinem Domizil, wo klar wird, dass ihn seine Frau und die achtjährige Tochter begleiten werden. Nun werden zwei Fahrzeuge bepackt, es wird ein- und umgeladen. Koffer, Taschen, Schachteln, riesige Plastikkörbe vollgestopft mit Wäsche. Das wird definitiv mehr als ein Wochenendausflug. Es folgen emotionale Verabschiedungen von Familie und Nachbarn. Der Reifendruck muss noch kontrolliert und Diesel nachgefüllt werden. Gegen zwei Uhr rollen wir aus der Stadt.

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Menschenrechte in der Krise

GUATEMALA. Seit dem 10. Oktober letzten Jahres bin ich nun Teil des Begleitprojekts ACOGUATE in Guatemala. Nicht nur für mich hat es sich um eine viel bewegte Zeit gehandelt. Guatemala befindet sich in einer politischen Krise. Im Jahr 2015 wurde der damalige Präsident Otto Pérez Molina durch den Druck der Strasse aus dem Amt gedrängt und Minuten nach seinem Rücktritt festgenommen. Der Grund: Korruption. Natürlich war das Problem damit nicht aus der Welt geschaffen. Vielmehr hat es mit dem aktuellen Amtsträger eine tragisch-komische Note bekommen.

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Gerechtigkeit für El Guayabo?

KOLUMBIEN. Als wir am 6. Februar um 9 Uhr morgens mit dem Boot in Puerto Wilches eintreffen, prallt uns die Hitze bereits erbarmungslos entgegen. Wir befinden uns auf dem Weg aufs Polizeipräsidium, wo die Anhörung zur geplanten Vertreibung der Bevölkerung Guayabos in Kürze beginnen soll. Rodrigo erhebt Anspruch auf das Land von El Guayabo und hat mit Unterstützung der Polizei und des Paramilitärs bereits versucht, die Bevölkerung Guayabos von dort zu vertreiben (s. Blogeintrag vom 7. Juni 2018). Begleitet  werden wir von PAS-Koordinatorin Maritza sowie Gabriel, dem Anwalt der Gemeinschaft von El Guayabo.

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Wasser, Strom und Menschenrechte

GUATEMALA. Die ganze Welt spricht über den Klimawandel, über die Veränderungen, die uns bevorstehen und die Anpassungen, welche wir endlich vornehmen müssen, um das würdige Leben zukünftiger Generationen auf diesem Planeten zu gewährleisten. Im Angesicht der überwältigenden Dimension dieses schwer fassbaren Problems wird eine Vielzahl von Lösungsansätzen formuliert, welche gezwungenermassen immer eine massive Vereinfachung der Problemstellung bedeuten. So zum Beispiel die Zweiteilung in saubere Energiegewinnung, etwa durch Wasserkraft, und schmutzige Energiequellen, wie die Kohle.

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Mercado Campesino

“Willkommen auf dem Mercado Campesino (BäuerInnenmarkt) von Barrancabermeja! Hier finden Sie lokale Produkte, voll und ganz biologisch angebaut! Unterstützen wir unsere Bäuerinnen und Bauern und begrüssen wir unsere Kameradinnen und Kameraden, die heute von weit her gekommen sind, um ihre Produkte anzubieten. Es sind Frauen und Männer, die um den Verbleib auf ihrem Land kämpfen und heute mit der Kampagne #Somos como tú auf ihre Probleme aufmerksam machen wollen!” Continue reading

Desayuno

Zum Auftakt der Kampagne wurde am 2. November 2018 in einem der grösseren Hotels in Barrancabermeja zum Desayuno (Frühstück) geladen. Unter den Gästen befanden sich Vertreterinnen und Vertreter der lokalen Nichtregierungsorganisationen, die die Kampagne #Somos como tú unterstützen und sich in der Region Magdalena Medio unermüdlich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen. Die Einladung galt aber hauptsächlich den ca. 15 Journalisten lokaler aber auch nationaler Medien. Sie sollten an diesem Morgen die Gelegenheit haben, sich die Botschaften der Bäuerinnen und Bauern der fünf von Peace Watch begleiteten Gemeinden direkt und ungefiltert anzuhören. In vielen Interviews konnten diese endlich ihre Geschichte erzählen, ihre Wünsche und Hoffnungen zum Frieden kundtun und der Stadt Barrancabermeja und dem ganzen Land ihre wahren Gesichter zeigen – Gesichter, gekennzeichnet von der harten Arbeit unter einer unbarmherzigen Sonne und vom Kampf für Gerechtigkeit. Continue reading

#Somos como tú

Wir sind wie du. So der Titel einer regionalen Kampagne, welche Pensamiento y Acción Social (PAS), Partnerorganisation von Peace Watch Switzerland in Kolumbien, in Zusammenarbeit mit mehreren lokalen sozialen Organisationen lanciert hat. Im Rahmen der Kampagne sind im Monat November 2018 verschiedene Aktionen in der Region Magdalena Medio geplant. Die Hauptpersonen an diesen Aktionen sind Vertreterinnen und Vertreter der von PWS begleiteten bäuerlichen Gemeinschaften El Guayabo, Bella Unión, Las Pavas, El Garzal und Nueva Esperanza. Für die Kampagne haben sie T-Shirts mit der Aufschrift “Somos como tú” gefertigt, die sie alle mit Stolz tragen. Continue reading