Zugänge für Basisorganisationen schaffen

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Im “à propos“, dem Magazin der Schweizerplattform für Friedensförderung KOFF, erschien in der Oktober-Ausgabe zum Thema “Friedensförderung – zwischen Professionalisierung und Freiwilligenarbeit” folgendes Interview, das PWS mit Anabella Sibrián geführt hat:

Anabella Sibrián ist die Direktorin der internationalen Plattform gegen Straflosigkeit in Guatemala, Honduras und El Salvador (Pi). Die Pi ist ein Verein mit Sitz in der Schweiz und Büros in Guatemala-Stadt und Tegucigalpa. Peace Watch Switzerland (PWS) ist Mitglied der Pi. Die Menschenrechtsorganisation sucht Freiwillige, bildet sie aus und entsendet sie als Menschenrechtsbeobachter_innen nach Guatemala, Honduras, Kolumbien und Palästina/Israel. Im folgenden Interview mit PWS spricht Anabella Sibrián über die Arbeit der Pi im Spannungsfeld von sich permanent professionalisierenden NGOs sowie Menschenrechts- und Friedensorganisationen an der Basis.

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Honduras, une guerre qui ne dit pas son nom

(Deutsch unten)

Quand on parle du Honduras en Suisse, la première image qui vient à l’esprit, pour le moins à ceux et celles qui savent que le Honduras existe, est celle de la criminalité et surtout des maras. Ces images de membres de gangs aux visages tatoués s’est imprimé dans l’inconscient collectif. Ces gangs sont présentés par le gouvernement et par certains médias comme la source principale des problèmes du pays et des « trains de migrants » qui se dirigent vers le nord principalement aux États-Unis. Sans nier la réalité des problèmes engendrés par ces bandes criminelles, ce que nous en avons vu nous amènent à une vision plus complexe et plus nuancée des causes de cet exode massif. Continue reading

El Triunfo, un père face aux pouvoirs

(Deutsch unten)

HONDURAS. Le père Florentino est le curé de la municipalité de El Triunfo. Cette petite ville de 15’000 habitant-e-s est le chef-lieu de la municipalité de 63’000 habitant-e-s qui porte le même nom. Dans son travail, il est accompagné du père Eulogio et d’une petite dizaine de jeunes séminaristes se destinant à la prêtrise. Étant les référents religieux de toutes les communautés de la zone, ils se déplacent chaque jour sur de petites routes de terres qui ressemblent parfois à de simples chemins traversant montagnes et forêts afin d’accomplir leurs tâches. Lors des quelques services durant lesquels nous avons pu accompagner le père Florentino, nous avons pu nous rendre compte de l’affluence importante qu’il arrivait à faire venir à ces messes ainsi que de la relation simple et ouverte qu’il entretient avec ses ouailles. De plus, depuis huit ans qu’il est en charge de la paroisse, il a fait construire de nombreux lieux de culte dans la plupart des communautés et des quartiers de la municipalité sans compter la rénovation de l’église principale de la ville.

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Honduras, die etwas andere Welt

Vor vier Wochen bin ich in Honduras angekommen. Die ersten Tage verliefen ruhig, man gab mir Zeit anzukommen und ein wenig die Hauptstadt Tegucigalpa kennenzulernen. Man hört sehr viel Negatives von dieser Stadt, doch sie gefällt mir. Es ist eine sehr lebendige Stadt, ein urbanes Chaos mit Charme.

Nach einer Einführung in die Lage des Landes, nahmen wir an einigen Konferenzen verschiedener NGOs teil. Obwohl ich den Durchblick durch den Akronym-Dschungel noch nicht ganz beherrschte, fand ich die Diskussionen sehr interessant. Oft sprach man von Kampf und Widerstand, von einer wissenschaftlicher Perspektive versteht sich. Die Lage im Land wurde als sehr angespannt dargestellt. Die politische Elite hat ihre Glaubwürdigkeit wegen verschiedenen Korruptionsskandale, den manipulierten Wahlen 2017 und die darauffolgende Repression verloren. Die Zivilgesellschaft ist bereit sich zu organisieren und Widerstand zu leisten. Die Diskussionen und Informationen weckten bei mir nicht nur die Neugier auf die bevorstehende Feldarbeit, sondern steigerten meine Vorfreude darauf. Continue reading

Sexuelle Gewalt gegen Frauen im Friedensvertrag in Kolumbien

KOLUMBIEN. Vor kurzen führte PAS einen Workshop für Frauen durch. Dieser ging zwei Tage und der Fokus lag hauptsächlich auf den Rechten der Frauen und darauf, welche neuen Rechte ihnen durch den Friedensvertrag und die daraus folgende neue Gesetzgebung zukommen. Zu Beginn stellte Monica (Name geändert), die den Workshop leitete, in einer soziometrischen Aufstellung mehrere Fragen, und die Frauen positionierten sich je nach Antwort an eine andere Stelle im Raum. Zum Beispiel: Wer von euch hat Kinder? Wer die Frage mit Ja beantworten kann, stellt sich bitte auf die rechte Seite, wer sie mit Nein beantworten kann, bitte auf die linke Seite. Nachdem die harmloseren Kennenlern-Fragen abgearbeitet waren, näherten wir uns der eigentlichen Materie. Welche der Anwesenden würde sich als Opfer des Konflikts bezeichnen? Wer wurde durch den Konflikt vertrieben? Und so ging es immer weiter. Irgendwann stellte Monica eine Frage, welche ich mich nicht getraut hätte, zu stellen: Wer von euch war schon einmal Opfer sexueller Gewalt?

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Reitoca, der kleine Riese, der für den Petacón-Fluss kämpft

HONDURAS. Reitoca ist eine kleine Gemeinde im Süden des Departements Francisco Morazán in Honduras. Im Norden grenzt Reitoca an die Gemeinden Lepaterique und Ojojona, im Süden an Alubarén, im Westen an La Venta und Sabana Grande und im Osten an Curarén.

Um nach Reitoca zu gelangen, nimmt man die Strasse, welche von der Hauptstadt Tegucigalpa nach Choluteca in den Süden des Landes führt. Bei der Kreuzung La Venta del Sur zweigt die Schotterstrasse ab, die in die Berge führt. Die Reise dauert im Bus etwa dreieinhalb Stunden, davon zwei auf Schotterstrassen, die während der diesjährigen Regenzeit sehr schwer befahrbar sind.

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Die Anerkennung der Wahrheit hilft, die Verletzungen der Vergangenheit zu heilen

GUATEMALA. Die sexuelle Gewalt in Konflikten ist eine Tragödie für die Menschheit. Damit die Betroffenen sich von der Scham, die der Missbrauch in ihnen hervorgerufen hat, befreien können, stellt der Internationale Tag zur Beseitigung sexueller Gewalt in Konflikten[1] nebst der Prävention die Achtung der Betroffenen ins Zentrum. Denn weltweit gesehen waren oder sind eine grosse Anzahl Frauen Opfer von sexueller Gewalt in bewaffneten Konflikten. Das Beispiel der Situation solcher Frauen während des bewaffneten internen Konflikts in Guatemala verdeutlicht das Problem (vgl. den Blog-Post zum historischen Urteil im Fall Sepur Zarco).

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…was bisher geschah, Episode 3

KOLUMBIEN

El Guayabo und Bella Union

Freitag Abend fahren wir von Regidor den Fluss aufwärts, um El Guayabo zu besuchen. Dort findet eine Versammlung mit verschiedenen Organisationen statt, welche alle mit El Guayabo und Bella Union zusammenarbeiten. Neben uns sind auch ECAP, Programa de Desarollo y Paz, die Anwälte und Justa Paz vor Ort. Abends läuft laute Musik, es gibt ein Glas Bier für jeden zum anstossen und die Stimmung ist gut.
Natalia und ich sind schon relativ müde, nachdem wir nun schon seit 4 Tagen unterwegs sind. Trotzdem lassen wir uns die Dorfparty natürlich nicht entgehen und die ausgelassene Stimmung gibt uns wieder etwas Energie.

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