HONDURAS. Zusammenarbeit und Vernetzung als Werkzeug für die Menschenrechtsarbeit

Die Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Akteuren sowie die Vernetzung sind ein wichtiges Instrument in der Werkzeugkiste von Organisationen, die sich für die Wirkung zivilgesellschaftlicher Aktion einsetzen. In konfliktbetroffenen Kontexten hat die koordinierte, vernetzte Aktivität gar eine Doppelfunktion: Gemeinsames Auftreten verstärkt nicht nur die Wirkung und Verbreitung des zivilgesellschaftlichen Engagements; sie erhöht auch den Schutz von Menschen und Gemeinden, die unter erheblichen Sicherheitsrisiken ihre Rechte geltend machen, ihren Lebensraum und Lebens-grundlagen verteidigen, die Gemeinschaftsgüter und Natur schützen.

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Migration, Menschenrechte, Gemeingüter und Begleitung

Die Wirbelstürme Eta und Iota haben die zum Teil extreme Armut in der viele Honduraner*innen leben noch verschärft. Zur Armut kommen Korruption, Gewalt und Straflosigkeit. Am vergangenen 15. Januar haben sich mehrere Tausende Menschen in Honduras zu Fuss aufgemacht, um in die USA zu kommen. Hinter der Grenze zu Guatemala, über die mindestens 4500 Menschen gelangten, wurden sie von der Polizei und dem Militär Guatemalas brutal zurückgehalten.

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HONDURAS. 3 Jahre Widerstand gegen das Wasserkraftprojekt in Reitoca – die Gemeinde denkt nicht ans Aufgeben!

Am 15. Januar 2021 feierte der Indigene Rat der Lenca in Reitoca (Consejo Indígena Lenca de Reitoca CILR) den dritten Jahrestag seit Beginn des organisierten Widerstands gegen das Wasserkraftwerk und zur Verteidigung des lebensspendenden Flusses Petacón.

Seit Anfang 2018 gibt es in Reitoca eine geschlossene Opposition gegen das Wasserkraftprojekt. Die geplante Umnutzung des Flusses Petacón – oder Río Reitoca, wie ihn die Menschen nennen – für die private Gewinnung von Wasserkraft würde das Ökosystem in der Region, sowie den Lebensraum der dort ansässigen ländlichen Bevölkerung nachhaltig verändern. Die Konzession zum Bau des Kraftwerks war mit privater Finanzierung an die honduranische Gesellschaft PROGELSA[1] vergeben worden. Die Bevölkerung, die im Einzugsgebiet des Flusses lebt, wurde dazu nicht befragt, wie es die Konvention 169 der ILO vorschreibt. Die honduranische Regierung hat diese Konvention unterzeichnet. Darauf stützt sich nun der juristische Kampf der indigenen Lenca-Gemeinde von Reitoca, die ihr Recht auf Anhörung und Mitsprache geltend machen will.

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HONDURAS. Erfahrungsbericht einer Menschenrechtsbegleiterin

Deysi Blandín war Ende 2020 als internationale Menschenrechtsbegleiterin im Projekt ACO-H in Honduras im Einsatz. Im folgenden Bericht stellt sie sich vor und erzählt von ihrem Einsatz.

Mein Name ist Deysi Blandín, ich bin 31 Jahre alt, Honduranerin , in Tegucigalpa geboren und aufgewachsen. Ich habe Informatik studiert, und heute bin ich Praktikantin im Fach Psychologie an der Universidad Autónoma de Honduras. Ich habe am «Diplomkurs “Empowerment Junge Frauen und Menschenrechtsverteigerinnen” teilgenommen. Der Kurs wird von der feministischen Frauenbewegung “Mujeres por la Paz Vistación Padilla” angeboten. Die Frauenbewegung begleitet viele Frauen, mit dem Ziel, die geschlechterbasierte Gewalt an Frauen in unserem Land zu bekämpfen.

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Honduras. Internationale Menschenrechtsbegleitung zu COVID-Zeiten

Im September hat Peace Watch Switzerland (PWS) die physische Menschenrechtsbegleitung mit Besuchen bei Basisorganisationen und Begleitungen von Menschenrechtsverteidiger*innen in Honduras wieder aufgenommen. Wegen der nationalen Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie – Ausgangssperren, Schliessung der Grenzen und Flughäfen, regionale Reise-einschränkungen – hatte PWS den Kontakt zu den begleiteten Gemeinschaften auf Distanz mit regelmässigen Telefongesprächen wahrgenommen. Dies war wichtig, denn auch während der Covid-bedingten Schliessungen wurden juristische Prozesse weitergeführt und geplante Projekte von Investorenseite weitergetrieben.

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Honduras. Vertreibung und Verteidigung der Gemeingüter im Süden von Honduras

Die Bevölkerung im Landkreis Namasigüe, Bezirk von Choluteca, lebt im Wesentlichen von der Landwirtschaft. Das Gebiet ist von einem trockenen Klima geprägt, und es wächst ein lockerer Wald; die meisten der Baumarten sind an die Klimazone angepasst, so wie der Kalebassenbaum, Mangobaum und Cashewbaum. Wie uns die von PWS begleiteten Gemeinden erzählen, waren die Wasserquellen früher zwar begrenzt aber ausreichend für die Familien. Es gab Wasser aus Brunnen und anderen kleinen Gewässern. Continue reading

Honduras. Die kollektive Kraft als Alternative in Zeiten von COVID-19.

Angesichts der ersten Fälle von COVID-19 verhängte die honduranische Regierung am 14. März als erste Präventionsmaßnahme eine totale Ausgangssprerre. Nach drei Monaten wurden die Maßnahme allmählich flexibilisiert, während zugleich die Zahl der Ansteckungen wuchs; nach offiziellen Angaben erreichte sie im Juni 8000 Personen bei 300 Todesfällen. Diese Zahlen werden von sozialen Organisationen und der Bevölkerung hinterfragt. Sie verweisen darauf, dass die ungenügende Anzahl von Tests nicht den wirklichen Umfang der Pandemie im Land widerspiegelt.

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Wie wirkt sich Covid-19 auf die Menschen in den von PWS begleiteten Gemeinden aus?

Die durch Covid-19 verursachte Pandemie hat das Leben von Millionen von Menschen weltweit schlagartig verändert. In den ländlichen Gemeinschaften, die PWS in Honduras begleitet, haben die coronabedingten Veränderungen gravierende Auswirkungen mit mehreren Ursachen: Fehlende Gesundheitsversorgung, Verlust des täglichen Einkommens und Verteuerung der Lebenskosten sowie eine weitere Militarisierung und grünes Licht der Regierung für die Fortsetzung der geplanten Megaprojekte, die mit internationaler Finanzbeteiligung aber ohne Mitsprache der betroffenen Bevölkerung. Continue reading

Honduras. Coronavirus: das neue Tor für illegitime Landvergabe.

Eine der ersten CORONA-Maßnahmen der honduranischen Regierung war die Schaffung einer virtuellen Plattform[1] durch das Sekretariat von MIAMBIENTE. Damit sollten die Investitionen im Land weiterhin sichergestellt werden. Es handelt sich um eine Plattform zur Bearbeitung von Umweltlizenzen für extraktive Projekte. Solche Projekte haben in den vergangenen Jahren in Honduras ein schweres Konfliktpotential erzeugt. Continue reading

Honduras. Wie wirkt sich die Corona-Krise in indigenen Gemeinschaften in Honduras aus?

Peace Watch Switzerland (PWS) begleitet seit 2018 die Gemeinschaft von Reitoca. Dort wehrt sich der indigene Rat der Lenca gegen den Bau eines Wasserkraftwerks. Ein Energie-Konsortium hatte von der Regierung die Lizenz dafür bekommen. Am oberen Flusslauf wurde bereits mit dem Bau begonnen. Der lokalen Bevölkerung hatte man erklärt, es sei ein kleines Projekt, das auch die Bewässerung der Felder flussabwärts begünstige. In Wahrheit werden für das Projekt grosse Rodungen vorgenommen. Den Dörfern unterhalb der Staumauer wird der Wasserhahn zudreht. Das gefährdet ihre Lebensgrundlage, Fischbestände werden zerstört. Continue reading