Die ZEDEs in Honduras – ein Erlebnisbericht mit kurzer Einführung

Artikel von Sandra Kühne und Deysi Blandin, internationale Menschenrechtsbegleiterinnen von PWS in Honduras.Tegucigalpa, im August 2021 

Was sind die ZEDEs? Sandra Kühne erklärt. 

In diesem Artikel versuche ich zu erklären, was die ZEDEs in Honduras sind, um die Erläuterungen, von Deysi Blandin in einen verständlicheren Kontext zu setzen. Deisy ist honduranische Menschenrechtsbegleiterin im Team von PWS-Honduras und meine Kollegin. 

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Reitoca: Der Bau eines Wasserkraftwerks und dessen Folgen

Dieser Film wird präsentiert vom Projektkonsortium zum Schutz der Menschenrechte in Honduras: HEKS-Honduras, COFADEH, ACI-Participa, Plataforma Internacional contra la Impunidad, PWS.

Der Film zeigt die Geschichte und den Konflikt der Gemeinde Reitoca im südlichen Honduras. Die honduranische Regierung hat 2012 die Lizenz für den Bau eines Wasserkraftwerks auf dem Gemeindeterritorium von Reitoca bewilligt, ohne die AnwohnerInnen wahrheitsgetreu über das Vorhaben informiert und befragt zu haben. Das Projekt schränkt die Wasserversorgung in der Gemeinde stark ein und verursacht Schäden in der Umwelt. Die Menschen in Reitoca wehren sich gegen das Projekt und werden dafür kriminalisiert. PWS begleitet die Gemeinde von Reitoca auf Anfrage seit 2018. Am 5. August 2021 sind Angehörige der Nationalen Polizei in Reitoca in die Häuser von Personen eingedrungen, die den Widerstand gegen das Kraftwerk anführen. 5 Personen wurden verhaftet, weitere wurden geschlagen und eingeschüchtert.

Der Kampf um Wasser und Leben in Guajiquiro, Departement La Paz, Honduras

Artikel von Guido Eguigure, Leiter des PWS-Projekts ACO-H und PWS-Vertreter in Hondruas. Übersetzt von Kathrin Klöti, internationale Menschenrechtsbegleiterin von PWS in Honduras.

Tegucigalpa, Juni 2021

Wer zum ersten Mal nach Guajiquiro reist, einer Lenca-Gemeinde im Departement von La Paz, ist auf Anhieb von mindestens drei Dingen beeindruckt: Von der Schönheit der grünen und üppigen Berge, die auf mehr als 2’200 Metern Höhe über Meer den Himmel zu küssen scheinen, von der Freundlichkeit der Menschen und von deren Entschlossenheit, für ihr Land zu kämpfen. Korrupte Politier*innen wollen ihnen dieses nämlich entreissen. Der erste Besuch bei der Gemeinde von Guajiquiro ist zweifellos Liebe auf den ersten Blick. Guajiquiro ist einer der schönsten Orte in Honduras.

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Honduras. Erfahrungsbericht zu meinem ersten Eindruck in Honduras: Ich bin empört!

Ich bin erst seit gut zwei Monaten hier in Honduras und es fällt mir schwer zu glauben, was ich sehe, höre und lese. Ich wusste ja, bevor ich hierherkam, dass die Situation  in Land schwierig und kompliziert ist. Aber dies im Detail zu sehen, lässt mich staunen und macht mich wütend.

Die Ungerechtigkeit und die Heuchelei in der Führung dieses Landes sind unverschämt. Es gibt etliche Organisationen, die für Gerechtigkeit kämpfen, sich einsetzen, die Menschenrechte verteidigen und schützen – aber Veränderungen zeigen sich nur langsam.

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Honduras. PWS-Begleitung für COFADEH in einem Gerichtsverfahren gegen vier Polizisten

Die internationale Menschenrechtsbeobachtung umfasst je nach gesetzlichem Rahmen und gesellschaftlichem Kontext unterschiedliche Bereiche und Instanzen. In der internationalen Begleit- und Beobachtungsarbeit von Peace Watch Switzerland (PWS) sind die Sichtbarkeit und das Monitoring der aktuellen Menschenrechtslage in Honduras essenziell.

PWS begleitet aktuell die honduranische Organisation Komitee der Angehörigen von Inhaftierten und Verschwundenen in Honduras (auf Spanisch kurz COFADEH) beim öffentlichen Prozess gegen vier Polizisten des Tigre-Kommandos[1] wegen des mutmasslichen Mordes an Rinel Argueta. Der Prozess vor dem Gericht von Juticalpa wurde am 27., 28. und 29. April durchgeführt, die Abschlussphase des Prozesses ist am 4. Mai und die Urteilsverkündung für den 15. Juni 2021 geplant.

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Honduras. Begleitung für uns: Der psychosoziale Ansatz in der internationalen Beobachtung

Tegucigalpa, Honduras

Der psychosoziale Ansatz ist in Lateinamerika weit verbreitet und hat eine lange Tradition. Der Ansatz geht davon aus, dass eine Person das Ergebnis ihrer sozialen Beziehungen und der historisch-politischen Kontexte ist, in denen sie sich entwickelt. Ebenso können die «Schäden» und Traumata, die im Kontext politischer Gewalt und Verletzung der Menschenrechte auftreten, nur in ihrer sozialhistorischen Dimension verstanden werden. Ausgehend von diesem Verständnis besteht das Ziel des Ansatzes darin, die Auswirkungen dieser Gewalt zu mildern und die Bewältigungsreaktionen auf diese Situationen zu stärken. Mit anderen Worten, es ist nicht denkbar, mit Gemeinschaften zu arbeiten, ohne den Kontext zu verstehen und zu kennen, der sowohl Menschen in ihrem individuellen Charakter als auch in der Gemeinschaft betrifft und der die Kapazitäten, Ressourcen und Stärken jeder Gemeinschaft berücksichtigt.

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Honduras. Internationaler Tag des Wassers 22. März 2021: Lassen Sie mich Ihren Tag unterbrechen!

“Oh, ich habe ein schlechtes Gewissen, weil die Autos nicht durchkommen!”

“Die werden auch mal Wasser wollen.”

Das war der Wortwechsel zwischen meiner Teamkollegin und mir, als wir einen Marsch zum Tag des Wassers in Costa Azul, Honduras, begleiteten. Die Demonstrant*innen hatten sich inmitten einer vielbefahrenen Strasse versammelt, und die Fahrzeuge konnten nicht passieren. Die Fahrer wurden wütend und haben ein “Hupkonzert” veranstaltet. Es tat mir leid, dass der Marsch ihren Tag unterbrach, aber das war der Moment, in dem ich die Einsicht hatte. Ja. Auch sie werden Wasser wollen. Wir werden Wasser wollen. Für mich, die ich aus der Schweiz komme, wo wir viele Quellen, Flüsse, Seen und Grundwasser haben, war das ein weit entferntes Problem. Weit in der Zukunft, etwas das mich vielleicht nie betreffen würde. Aber in diesem Moment habe ich verstanden, dass das Wasser für diese Gemeinde in diesem Moment schon ausgeht. Die Landschaft sieht trocken aus. Alles hat die gleiche braun-beige Farbe und ist mit trockenem Staub belegt. Die Flüsse haben kaum mehr Wasser, und die Trockenzeit hat gerade erst begonnen. Und ja, das hier sind wirklich echte Menschen, mit Gesichtern, Kindern, Grosseltern.

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HONDURAS. Zusammenarbeit und Vernetzung als Werkzeug für die Menschenrechtsarbeit

Die Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Akteuren sowie die Vernetzung sind ein wichtiges Instrument in der Werkzeugkiste von Organisationen, die sich für die Wirkung zivilgesellschaftlicher Aktion einsetzen. In konfliktbetroffenen Kontexten hat die koordinierte, vernetzte Aktivität gar eine Doppelfunktion: Gemeinsames Auftreten verstärkt nicht nur die Wirkung und Verbreitung des zivilgesellschaftlichen Engagements; sie erhöht auch den Schutz von Menschen und Gemeinden, die unter erheblichen Sicherheitsrisiken ihre Rechte geltend machen, ihren Lebensraum und Lebens-grundlagen verteidigen, die Gemeinschaftsgüter und Natur schützen.

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Migration, Menschenrechte, Gemeingüter und Begleitung

Die Wirbelstürme Eta und Iota haben die zum Teil extreme Armut in der viele Honduraner*innen leben noch verschärft. Zur Armut kommen Korruption, Gewalt und Straflosigkeit. Am vergangenen 15. Januar haben sich mehrere Tausende Menschen in Honduras zu Fuss aufgemacht, um in die USA zu kommen. Hinter der Grenze zu Guatemala, über die mindestens 4500 Menschen gelangten, wurden sie von der Polizei und dem Militär Guatemalas brutal zurückgehalten.

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