Vickys Suppe

Artikel von Enya Antelo, Menschenrechtsbeobachterin für Peace Watch Switzerland, Honduras

Dieser Artikel dreht sich um ein Werk aus Sackleinen und begleitet die Erzählung über die Geschichte der Aktivistin Vicky Hernández mit einer Reihe von Bildern, die den Entstehungsprozess des Werks zeigen. Diese Art, die Geschichte zu erzählen und die Erinnerung an Vicky wachzuhalten, ist eine Absichtserklärung an sich: Mein Wunsch ist es, das Potenzial der Künste zur Vermittlung von Informationen sichtbar zu machen; von Künsten, die historische Werkzeuge der Frauen und der Diversitäten in ihren Kämpfen und Prozessen sind und waren.

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Abtreibung in Honduras: Eine indigene Frau verklagt den Staat Honduras vor der UNO in Genf

Artikel von Anselma, internationale Menschenrechtsbegleiterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Fausia wurde 2015 in Honduras vergewaltigt und schwanger. Ihr wurde nicht nur unglaubliche physische und psychische Gewalt angetan, sondern sie wurde auch gezwungen, das Kind zu behalten und auszutragen. In Honduras ist dies kein Einzelfall, denn ein Schwangerschaftsabbruch ist hier unter allen Umständen verboten.

Sogar bei Vergewaltigung, Inzest, Missbildung des Fötus oder Gefährdung des Lebens der Frau verbietet es das honduranische Recht, eine Schwangerschaft abzubrechen.[1] An einer Pressekonferenz im April 2024 in Tegucigalpa erfuhren wir von dem erschütternden Schicksal einer jungen indigenen Frau: Fausia (fiktiver Name) wurde 2015 in Honduras von zwei Männern angegriffen, vergewaltigt und geschwängert. Sie hatte keinen Zugang zur “Pille danach”, denn diese war damals noch verboten.[2]

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Porträts von mutigen Frauen

Artikel von Mónica, honduranische Menschenrechtsbegleiterin von PWS in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Ich blicke in den klaren Himmel und dann nach unten, wo ich die Spiegelung der Wolken auf der ruhigen Oberfläche des Flusses entdecke. Dieser Ort hat etwas Magisches an sich. Alles, was ich um mich herum sehe, ist durchdrungen von Hunderten von Geschichten – aus der Kindheit, vom Kampf und von der Liebe für das Land und seine Ressourcen.

Ich beobachte weiter, höre zu und sauge die Energie des Ortes auf, während ich den Kaffee trinke, den Rebecca für mich zubereitet hat. Wenn sie anwesend ist, nimmt sie sich immer Zeit für mich. Auch an arbeitsreichen Tagen hat sie immer Zeit, mich beim Fluss mit einer Tasse Kaffee in der Hand zu begrüssen.

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Legalisierung der Pille danach: ein wichtiger Meilenstein für die Rechte der honduranischen Frauen

Artikel von Jennifer Anspach, internationale Menschenrechtsbegleiterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Anfang März. Gerade in Honduras angekommen, in Gedanken noch in der Schweiz, erhalte ich viele Informationen über den politischen Kontext des Landes. Im Laufe des Gesprächs kommen wir auf das Thema Pille danach und Abtreibung zu sprechen. Beides ist in Honduras verboten und kriminalisiert. Es gibt hier keine Ausnahmen für eine Abtreibung, weder im Falle einer Vergewaltung, noch wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist oder wenn der Fötus Missbildungen aufweist, die mit dem Leben unvereinbar sind. Diese Information trifft mich wie ein Schlag ins Gesicht, und mir wird schnell meine privilegierte Stellung als Schweizerin bewusst. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Zugang zu Verhütungsmitteln und Familienplanung ein internationaler Menschenrechtsstandard, und obwohl die Pille danach eine Schwangerschaft verhindern kann, ist es keine Abtreibung. Hier werden also Rechte verletzt, die in meinem Land als grundlegend gelten. Frauen wird das Recht verweigert, über ihren eigenen Körper zu entscheiden.

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Honduras hat das Gesicht einer Frau

Artikel von Mireia Izquierdo, Koordinatorin der Internationalen Menschenrechtsbegleitung von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras.

Tegucigalpa, Honduras

Im vergangenen Jahr gab es in der Geschichte von Honduras eine Wende: Die Wahl der ersten Präsidentin. Xiomara Castro Sarmiento war ein Lichtblick für den Schutz der Rechte von Frauen und Mädchen. In ihrer Antrittsrede versprach die Präsidentin, sich um sie zu kümmern. Seither hat es zwar kleine Fortschritte gegeben, aber es steht noch ein langer Weg bevor.

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Unsere Vision einer Geschlechtergerechtigkeit wird verbindlicher 

Artikel von Heide Trommer, Menschenrechtsbegleiterin von Peace Watch Switzerland (PWS) in Honduras

Tegucigalpa, Honduras, im Februar 2022

„Richtet sich eure Gender Politik nur an Frauen?“, war eine der ersten Fragen, die uns gestellt wurden, als wir Anfang Februar 2022 begannen, unsere neu ausgearbeitete Gender Politik den von uns begleiteten Organisationen vorzustellen. „Nein, diese Politik soll für alle Geschlechter gelten.“ „Ah interessant, wir werden sie diskutieren und zwar erst die Frauen und Männer getrennt, in ihren jeweiligen Gruppen, und danach besprechen wir das Ganze gemeinsam. Bei eurem nächsten Besuch werden wir euch das Ergebnis unserer Beratungen mitteilen.“

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