El Triunfo – die Kirchgemeinde und ihr Kampf

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“Wenn sie mich hier wegholen, dann werdet ihr die Kirche weiter verteidigen” sagte Pfarrer Florentino Hernández zu den Frauen und Männern, die am 1 September zur Messe in seine Kirche gekommen waren, nachdem seine Verlegung offiziell für den 9. September angekündigt worden war.

In der Kirche breiteten sich Spannung, aber auch Hoffnung und Kampgeist aus: “Wir werden es nicht zulassen, dass man unseren Pfarrer wegnimmt, niemand wird diese Kirche betreten!”, riefen die Menschen, zornig über den Entscheid des Bischofs Guido Charbonneu. Eine Kirche ist ein Raum für die Menschen, an dem die Menschen teilhaben – das muss die Vision eines jeden Priesters und Bischofs sein. Die Kirche kann nicht einfach ein Raum sein, in dem man sich zur Messe trifft, sondern ein Ort für den Glauben und die Arbeit der Menschen, die ihn erfüllen.

Die Situation in der Gemeinde El Triunfo im Departement Choluteca im Süden von Honduas ist seit einiger Zeit sehr angespannt. Die Bevölkerung wehrt sich gegen die geplanten Bergbauprojekte auf dem Gemeindegebiet. Pfarrer Florentino teilt den Widerstand seiner Gemeinde. Am 18. August, während der Sonntagsmesse, fuhr die Polizei schwer bewaffnet und mit gepanzerten Fahrzeugen auf; die Kirchgemeinde war aufgebracht. Mitten in einer Lifeübertragung sagte ein Lokalreporter: “Wir beschützen unseren Pfarrer Florentino.”, und die Menschen erhoben sich zum Zeichen des Widerstands von den Bänken. Einige Personen traten vor die Kirche und bewachten das Eingangstor, damit die Polizei nicht eintreten konnte, und Frauen bildeten eine Kette um den Pfarrer, der mit der nötigen Gelassenheit die Messefeier fortsetzte. Seit jenem Sonntag wird die Kirche ununterbrochen von Leuten aus der Gemeinde bewacht. “Niemand kann uns mit Polizeigewalt unseren Pfarrer auswechseln. Niemand würde bei einem neuen Pfarrer zum Messe gehen.”, sagte uns eine Frau währen einer unserer Begleitungen.

Seit jenem Sonntag ist die ganze Gemeinde in Alarmbereitschaft für ihre Kirche und den Pfarrer. Überall, in jedem Haushalt und in den Geschäften, zeigen sich die Menschen solidarisch mit Pfarrer Florentino Hernández und seiner Pfarrei. Im Gespräch sagte uns Pfarrer Florentino: “Mit ihrem Versuch, mich auszuwechseln, haben sie etwas Gutes erreicht: Die Gemeinde von El Triunfo ist heute so geeint wie noch nie. Die Aggression gegen Florentino haben auch SeminaristInnen betroffen und andere junge Leute betroffen die ein Stipendium für die Vereinigten Staaten bekommen hätten. Man hat nun der Pfarrei die Ressourcen blockiert. Die Pfarrei lebt derzeit dank den Unterhaltsleistungen durch die Pfarrgemeinde. Jeden Sonntag verkaufen die Menschen Essen und andere Waren zugunsten der Pfarrei. “Aber wir werden unsere Träume, unsere Rechte und Würde nicht aufgeben.”, sagte Florentino am 9. September an einer Pressekonferenz in seiner Pfarrei – am Tag, an dem er El Triunfo hätte verlassen müssen. Er machte klar, dass er seine Überzeugung nicht gegen Macht oder Vorteile eintauschen werde. Der Befehl des Bischofs hätte an diesem Tag ausgeführt werden sollen. Doch es waren sehr viele Leute gekommen, um den Pfarrer und die Kirche zu verteidgen und die Erklärung von Don Florentino zu hören.

Die Antwort auf die Massnahmen des Bischofs sind der Zusammenschluss der Kräfte in der betroffenen Bevölkerung, die gemeinsame Organisation von gut geplanten Schritten zum Schutz und breiteren Unterstützung der Gemeinde El Triunfo durch den Zusammenschluss von MASS VIDA, durch juristische Beratung und Beratung sowie durch internationale Menschenrechtsbelgeitung.

“Gehorchen heisst nicht, sich unterzuordnen und die eigene Würde zu verlieren.” – Pfarrer Florentino, El Triunfo, 9. September 2019

Team PWS, Tegucigalpa
Foto: Team PWS

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