PWS-Begleitung bei der Gemeinschaft von Cerro Escondido, Gemeinde Marcovia, Departament Choluteca, Honduras.

Das «Do no Harm»-Konzept in der PWS-Begleitung

 

Artikel von Lizeth Cuellar, internationale Menschenrechtsbegleiterin von PWS in Hondruas. Übersetzt wurde der Beitrag von Kathrin Klöti. Tegucigalpa, im August 2021 

Das Konzept von «Do no Harm» ist ein transversaler Ansatz, der vorgibt, dass jede Aktion einer Organisation reflektiert und analysiert wird. 

Die Begleitung von Menschenrechtsverteidiger*innen und die physische Prösenz von Peace Watch Switzerland (PWS) haben Auswirkungen sowohl auf das soziale Gefüge und die institutionelle Dynamik in den Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten. Neben der erwünschten Wirkung entstehen dabei auch Wirkungen, die wir nicht geplant oder beabsichtigt haben. Auch diese müssen und wollen wir kennen, und wir wollen wissen, ob es – unbeabsichtigt – auch negative Auswirkungen gibt. Obwohl das Prinzip der Nichteinmischung bei PWS vorherrscht und PWS keine eigenen Interventionen durchführt, wirken sich unsere Begleitungen und Präsenz, unser Zuhören und Beobachten auf das Gemeinschaftsbefinden aus. 

Das Do no Harm-Konzept ist ein wesentlicher Bestandteil der PWS-Begleitarbeit. Es ist für uns zentral, den sozialen Kontext, in den die Gemeinschaften eingebettet sind, zu verstehen, die Lebensgeschichte der Gemeinschaft, ihrer Prozesse und Dynamiken, den Konflikt und die verschiedenen beteiligten sozialen Akteure zu kennen. Diese Analyse machen wir aus einer Mikro- und Makroperspektive, damit wir wissen, was unsere Aktionen – die Begleitung und Präsenz – im konkreten Fall auslösen (können), was in den begleiteten Territorien passiert und welches unsere Rolle dabei ist. Die Gemeinschaften müssen uns gegenüber auch ausdrücken und bewerten können, was ihnen unsere Handlungen bedeuten und welche Auswirkungen sie selber wahrnehmen. 

Im Fall von PWS liegt in der Bewertung durch die begleiteten Gemeinschaften ausserdem ein Weg, wie die Gemeinschaften unsere Organisation als Teil des Kontexts verstehen können – nicht nur als einen externen Akteur. Dies entspricht einem weiteren Ziel von «Do no Harm» und ist in der Lehre so beschrieben. «Der Ansatz Do-no-Harm zielt darauf ab, dass die Organisationen durch eine systematische Reflexion ihrer Arbeit und ihres Umgangs mit den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren eine Arbeit von grösserer Wirkung leisten», schreibt dazu die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Um Do-no-Harm als transversalen Ansatz im PWS-Projekt zu verankern, machen wir die Kontextanalyse, das Rückfragen bei den begleiteten Gemeinden, die Selbst-Beobachtung und Reflexion unsere Aktivitäten und das Achten auf unbeabsichtigte Wirkungen unserer Präsenz zu einer täglichen Arbeitsroutine. 

Referenzen: 

Comisión de la verdad Colombia. Glosario. Acción sin daño. https://comisiondelaverdad.co/transparencia/informacion-de-interes/glosario/enfoque-de-accion-sin-dano 

Agencia Suiza para el Desarrollo y la Cooperación COSUDE (o. D.). Acción sin Daño. Swiss Confederation. 

https://www.eda.admin.ch/countries/colombia/es/home/internationale-zusammenarbeit/projekte/proyectos-cosude/nothilfe/accion_sin_dano.html

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