Colombia’s dirty business: the role of private sector interests in the Colombian armed conflict, case study of Las Pavas

What are the impacts of armed conflict on a country’s economy? Most academics and conflict experts tend to stress the negative economic impact of armed conflict and civil war, what with the disruption of production and trade as well as the plundering and extortion of civilians.

Despite this widespread consensus, a few countries that have had long and protracted conflicts do not seem to have been very affected economically. Colombia is a prime example, with its almost unbroken history of economic growth and strong agricultural production coexisting with world-record levels of forced displacement, a product of its 50 year-old conflict.

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Frieden von unten: 30 Jahre ATCC

Ein ganz besonderes Highlight unseres kurzen Einsatzes in Kolumbien fand letztes Wochenende in La India statt, in der Provinz Santander: Die ATCC (Vereinigung der Arbeiter und Bauern der Cararegegend) feierte ihren 30. Jahrestag mit einem dreitägigen vielseitigen Programm. Aus allen ‚unseren’ Comunidades waren die wichtigsten Vertreter eingeladen, und wir wurden gebeten diese zu begleiten. Nun mag ein Jubiläum eines Bauernvereins nicht sehr aufregend klingen, aber die ATCC ist ein aussergewöhnliches Beispiel zivilen Widerstandes mit einer aussergewöhnlichen Geschichte. Auch war sie die erste Organisation, die Peace Watch Switzerland begleitete, als die NGO vor 9 Jahren mit der Arbeit in Kolumbien begann. Entsprechend freudig wurden wir begrüsst.

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Bienvenido a la libertad, Alvaro García!

Freitag, der 13. kann auch ein Glückstag sein!

Nach 18 Monaten Haft wurde Álvaro García am letzten Freitag endlich entlassen und konnte auf seine Finca in Bella Union zurückkehren! (Siehe Post vom 21. November 2016)

Seit Frühling 2016 haben alle Equipos von PWS Álvaros Fall mitverfolgt, sind während zahllosen Verhandlungen und Anhörungen vor dem Gerichtsgebäude und vor dem Gefängnis gestanden, auch wenn es regnete, zusammen mit Vertretern anderer Organisationen, die sich wie PAS für Álvaros Freilassung einsetzten.  Und wir, das neue Begleitteam seit September, hatten das Glück bei der Freilassung dabei sein zu dürfen, und seine Heimreise zu begleiten.

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Ein unvergessliches Gespräch

Als Aco (Acompañante bzw. MenschenrechtsbegleiterIn) hat man auch freie Tage zur Erholung. Ich bin auf dem Weg nach Panachajel, Ortschaft am berühmten, weil landschaftlich so schönen Lago de Atitlán. «Warst Du schon am Lago?» hatte mich eine Kollegin kürzlich gefragt. Ich wusste genau, welchen See sie meinte, denn nur dieser schönste aller Seen von Guatemala wird abgekürzt so genannt. «Nein, aber ich will noch gehen», sagte ich, denn ich hatte mir schon lange vorgenommen, vor der Rückkehr in die Schweiz dort meine letzten freien Tage zu verbringen.

Und nun ist es soweit.

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Bildung die schützt. Wie PAS Jugendlichen Strategien und Instrumente zum Selbstschutz vermittelt.

Interview mit Zenaide Rodrigues, Koordinatorin von Pensamiento y Accion social (PAS) und Verantwortliche des Begleitprogrammes von PWS in Kolumbien. Sie spricht über die Beteiligung der Jugendlichen am Schutz und der Bewahrung des gemeinschaftlichen Landes.

Workshop

Zenaide Rodrigues beim Leiten des Workshops: „Stärkung der Beteiligung der Jugendlichen an der Bewahrung des gemeinschaftlichen Landes“ mit Jugendlichen des Vereins ASOCAB in Las Pavas. 19.08.2017. Foto: Guillaume Bégert (PWS).

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Die Kriminalisierung der Ch’orti’ aus Corozal Arriba geht weiter

Am 19. Mai dieses Jahres wurden José Mendez Torres, indigener Bürgermeister von Corozal Arriba sowie der Schatzmeister der selben Gemeinschaft, Melvin Álvarez García, verhaftet. Am 9. Juni nahm die Zivilpolizei Guatemalas (PNC) in der Gemeinde La Union, Departement Zacapa, Ignacio Sacarías Vasquez und eine weitere Person fest. Die Gemeinschaft (Comunidad) Corozal Arriba ist eine von vielen Ch’orti’ Dörfern im Grenzgebiet zu Honduras und gehört zu einer Maya-Ethnie, die über 60’000 Menschen zählt. Corozal Arriba wird von COMUNDICH (Koordination von Verbänden und Gemeinschaften für die integrale Entwicklung der Ch’orti’) begleitet, einer zivilgesellschaftlichen Organisation ohne politische, kommerzielle oder religiöse Absichten. COMUNDICH gehören 48 indigene und bäuerliche Gemeinschaften an. Die Zusammenarbeit zwischen ACOGUATE und COMUNDICH besteht seit 2007.

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Von den unsäglichen Mühen einer starken Zivilgesellschaft

Guatemala braucht eine starke Zivilgesellschaft

So hiess es nach den Friedensverträgen von 1996, als das vom 36-jährigen bewaffneten internen Konflikt (Conflicto Armado Interno, CAI) schwer geprägte Land sich daranmachte, seine Wunden zu heilen.

Der vergangene 5. April, ein froher, Gemeinsamkeit und Zusammenhalt ausstrahlender Marsch unter blauem Himmel mit grosser Teilnehmerzahl[1], die Begehung des internationalen Tags der Umwelt, eine «Caminata del Medio Ambiente» von Chuchuapa nach Santa Maria Ixhuatán im Departement von Santa Rosa stärkte bei mir die Überzeugung: Es gibt hier eine starke Zivilgesellschaft! Es gibt sie jedenfalls im Departement Jalapa und im Departement Santa Rosa, wo zwei Organisationen tätig sind, welche ACOGUATE begleitet.

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Aus dem Leben eines Acos in Guatemala

Nun bin ich bereits zwei Monate hier in Guatemala. Das Klima hier auf 1500 m Höhe ist angenehm, mit starker Sonne und in den letzten Tagen manchmal bis gegen 30°C, aber meist mit angenehmem Wind und bisher kaum Regen. Irgendwann in den nächsten Wochen ist aber der Beginn der Regenzeit fällig. Die meisten Tage bisher waren klar, so dass man vom Dach aus die nächsten Vulkane sehen kann.

Der Blick vom Dach nach unten geht auf die Terrasse des obersten Geschosses mit den Zugängen zu den zwei Schlafräumen, und dazwischen zu Waschküche und Dusche/WC. Das WG-Leben hier ist eng wie in einer SAC-Hütte, bei der man vor zehn Jahren den Hüttenwart weggespart hat: also basisdemokratisch-chaotisch, was mir als älterem Semester die Angewöhnung erschwerte.

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Neuer Schub für den Widerstand in San Pablo

In Guatemala werden Grossprojekte mit allen Mitteln durchgesetzt. Staat und Justiz stehen oft auf der Seite des Stärkeren.

Am 21. März 2017, am Vortag des internationalen Tags der Erde, besuchten wir im Zentrum von San Pablo, im Departement San Marcos an der Grenze zu Mexiko, eine Feier zur Freilassung von sechs politischen Gefangenen. Grund für ihre Kriminalisierung war eine für Guatemala typische Konfliktsituation zwischen Wasserkraftwerksbetreibern und der lokalen Bevölkerung. Einer dieser Akteure ist die Betreibergesellschaft HidroSalá, die ein Wasserkraftwerk in der Finca Argentina und umliegenden Ländereien plant.

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Der «Día Internacional de la Madre Tierra» in El Estor

22. April – Internationaler Tag der Mutter Erde, nicht Tag der ‘Umwelt’ oder Tag der ‘Schöpfung’

So wurde es am 22. April 2009 von den Vereinten Nationen mit der Resolution A/RES/63/278 festgelegt.[1] Es gibt viele internationale Tage, aber ohne Gesicht bleiben sie Pflicht oder leere Hülse. So erging es mir bisher mit dem 22. April. Er war ein gewöhnlicher Tag, wenn er nicht auf Ostern fiel. Das hat sich geändert, seit ich als Menschenrechtsbeobachterin für ACOGUATE tätig bin. Der Tag trägt nun das Gesicht von Angélica Choc, einer aussergewöhnlichen Frau, welche seit der Tötung ihres Gatten Adolfo Ich Chamán am 27. September 2009 nicht nur Witwe, sondern zur unentwegten Menschenrechtsverteidigerin wurde. Mit der Namensgebung «Dia de la Madre Tierra» haben die Vereinten Nationen damals bewusst ein Zeichen zur Anerkennung der indigenen Völker gesetzt. Zwei Acos durften den wichtigen Gedenktag kürzlich vor Ort beim Haus von Angélica Choc in El Estor am Lago de Izabal miterleben. Wie kam es dazu?

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