Angekommen!

Nun lebe ich seit sieben Wochen in Guatemala. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Ich hatte mir vorgestellt, in ein warmes, grünes Land zu reisen. Das Gegenteil traf ein. Das Hochland um Quetzeltenango, wo ich die ersten Wochen verbrachte, zeigt sich zu dieser Jahreszeit braun, ausgedorrt und mit sehr erfrischenden Temperaturen.

Doch die Freundlichkeit und Höflichkeit der Menschen in Xela, so heisst die Stadt in der Sprache der indigenen Einheimischen, hat mich sehr berührt. In einer Stadt mit über 200’000 Menschen grüsst man sich auf der Strasse! Was für ein Widerspruch  zur verdeckten und offenen Gewalt, welche das Leben der Guatemaltekinnen und Guatemalteken auch prägt.

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Une lutte inlassable pour les terres Ch’orti’

Traduction de l’espagnol de l’interview d’Elodia Castillo Vásquez

Publié le 8 février 2017 par ACOGUATE

Elodia Castillo Vásquez est maire indigène depuis qu’elle a 22 ans, actuellement présidente de la « Coordination d’associations et communautés pour le développement intégral du peuple Ch’orti’ » – COMUNDICH. Cette organisation s’articule autour de 48 communautés indigènes des départements de Zacapa et Chiquimula et a comme objectif le renforcement de l’identité culturelle du peuple maya Ch’orti’ et la restitution des terres ancestrales. En plus de cela, Elodia Castillo Vásquez s’engage pour la promotion et l’égalité de genre ainsi que pour une jeunesse active au sein d’une société ouverte. Continue reading

Die Powerfrauen der Benzinhauptstadt

Schon wieder sind vier Monate um und es meldet sich ein neues Beobachterteam (Deborah und Antonin) aus Barrancabermeja, Kolumbien. Unsere ersten Wochen waren turbulent, wir trafen uns mit vielen Organisationen, traten unsere ersten Reisen nach Guayabo und Garzal an und lernten viele spannende Leute kennen. Besonders beeindruckt aber haben uns die Menschenrechtsaktivistinnen einer lokalen Frauenorganisation.

Neues Team, neue Eindrücke

Nach Barrancabermeja? Ungläubig schaut mich der Busfahrer an. Die Frage ist immer die gleiche, wenn mich Kolumbianer darauf ansprechen, wo ich hinreise. Denn in die Industriestadt am Rio Magdalena verirrt sich nur selten ein Tourist. Nach zehn Stunden Fahrt in einem stark unterkühlten Bus erreichen wir unser neues Zuhause für vier Monate. Barrancabermeja, von den Einheimischen auf Barranca abgekürzt. Von hier aus werden wir in den nächsten Monaten unsere Reisen in die verschiedenen Comunidades antreten.

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Zwischen Hoffnung und Bangen in Puerto Barrios

Die letzte Phase des Prozesses von Angélica Choc dauert nun bereits mehr als zwei Monate. Insbesondere die Verteidigung des angeklagten Mynor Padilla nutzte die Zeit der sogenannten Schlussfolgerungen, um ihre Argumente in Endlosschlaufe vorzutragen. „Jedes Argument tragen sie fünf bis sechs Mal vor. Besser gesagt, sie schreien sie“, erzählt uns die Anwältin von Angélica, Marta García, in einer Anhörungspause. „Für Angélica ist das traumatisierend.“

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Angélica Choc – Urteil hinter verschlossenen Türen?

In Puerto Barrios, Izabal wird im Fall gegen Mynor Padilla (Ex-Sicherheitschef der Nickelmine CGN) am 30. November die letzte Phase des Prozesses beginnen.

(älterer Blogbeitrag zum Fall von Angélica Choc hier)

Während Angelica Choc in die Schweiz reiste, um ihren Fall vor verschiedene UNO-Instanzen zu bringen, endeten in Puerto Barrios am 17. November die mittlere Phase des guatemaltekischen Prozesses gegen den mutmaßlichen Verantwortlichen am Tod ihres Mannes. Während diesem Teil eines Strafprozesses werden Zeugen und Zeuginnen angehört und Beweise vorgelegt, er heisst „fase de debate oral y publico“ (Mündliche und öffentliche Verhandlungsphase). In Puerto Barrios geschah dies jedoch hinter verschlossenen Türen. Bereits im Februar 2016 beschloss die Richterin Ana Leticia Peña Ayala, den Prozess ohne Zugang der Öffentlichkeit abzuhalten – angeblich zum Schutz der Geschädigten.

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No a la Mineria ! Klare Ansage aus San Carlos Alzatate

Ende November hat das Municipio San Carlos Alzatate eine Volksbefragung durch eine ‚Consulta de Vecinos’ durchgeführt. Die Gemeinde nimmt damit Stellung zur weiteren Vergabe von Schürfrechten. Ein Bericht über die Dynamik von regionalem Zusammenhalt, fehlendem Kaffee, Schlaglöchern und dem Wunsch einer Region nach Selbstbestimmung über Grund und Boden.

Wir treffen die Mitglieder der lokalen Bürgergesellschaft früh morgens auf einem verschlafenen Parkplatz am Stadtrand von Mataquescuintla. Peace Watch Switzerland / ACOGUATE begleitet die Consulta mit internationalen Beobachtenden und die Gemeinschaft hat sich über die Vermittlung eines Bekannten angeboten, uns in den etwas entlegenen Austragungsort der Consulta mitzunehmen. Die Gesellschaft hat aktiv in der Abstimmungsvorbereitung mitgearbeitet und hofft auf ein klares ‚No’ gegen neue Minenlizenzen. Jeder hat hier seine eigene Geschichte und Gründe, das gemeinsame Ziel über Selbstbestimmung des Bodens bleibt. Einige Mitglieder reisen aus abgelegenen Weilern zum Treffpunkt an, wir warten deshalb mit dem Erwachen des Tages ab, wie sich der Innenhof unseres Besammlungsorts langsam aber konstant mit interessierten Vecinos (‘AnwohnerInnen’) füllt. Ich möchte Kaffee. Gibt es erfahrungsgemäss selten in einem verhältnismässigen Umkreis. Auch ein paar Monate nach meiner Ankunft in Guatemala ist mir immer noch unklar, wie ein Land, das an jeder Ecke Kaffeeplantagen anbaut, beinahe gar kein Interesse am Konsum zeigt. Für mich immer wieder eine Herausforderung. Merklich geschwächt vom Koffeinmangel verteilen wir uns auf die bereitstehenden Pick-ups. Die aus Kies und Lehm gestampften Wege in die Gemeinden sind schwierig. Enge Kurven, ausgespülte Schlaglöcher und steile Abhänge verlangen Routenkenntnisse. Unser Fahrer, die Gelassenheit in Person, bringt uns unter der Begleitung von fröhlich-lautem Marimba-Sound zum ersten Wahllokal im Hauptort San Carlos. Continue reading

Bonnes nouvelles du Guayabo!

Magnifique nouvelle pour les habitant-e-s des communautés d’El Guayabo et de Bella Unión! Après plus de six mois, trois de leurs leaders, Eric, Jhon Fredy et Santos Peña ont pu rentrer à la maison et retrouver les leurs.

Depuis le mois d’avril, ces trois leaders se cachaient et n’osaient pas revenir chez eux en raison d’ordres de détention déposés par Rodrigo Lopez Henao auprès du ministère public. Cette démarche fait partie d’une stratégie de criminalisation des leaders communautaires et des défenseurs des droits de l’homme en les présentant comme des fauteurs de troubles violents. Après des mois de négociation entre leurs avocats et la procureure, mais aussi grâce à la pression constante d’organisations sociales telles que PAS et du bureau des Nations Unies pour les droits de l’Homme, le cauchemar a enfin pris fin pour ces leaders et leur famille.

A leur arrivée à El Guayabo, ils ont été accueillis par une foule enthousiaste. C’est aussi un immense soulagement pour leur femme et leurs enfants qui ont vécu de longs mois d’angoisse où ils ont dû en sus prendre en charge les travaux des champs. Peu après la publication de la nouvelle, les familles se sont longuement prises dans les bras, sous le coup de l’émotion. Une belle victoire pour El Guayabo et Bella Unión, pour le processus en cours contre le déplacement forcé de la communauté de ses terres et pour nous également, organisations de défense des droits humains.

Mais malgré cette immense joie, nous ne devons pas oublier que le quatrième leader, Alvaro García, reste emprisonné. Une audience prévue le 4 novembre a été à nouveau repoussée. Il restera donc visiblement détenu sans jugement jusqu’au début de l’année prochaine. Sa famille devra bien tristement passer les jours de Noël sans lui…

Gute Neuigkeiten aus El Guayabo

Großartige Neuigkeiten für die Bewohner der Gemeinden El Guayabo und Bella Unión! Nach über einem halben Jahr, konnten vor einigen Tagen die Gemeindeanführer Eric, Jhon Fredy und Santos Peña nach Hause zu ihren Familien zurückkehren. Seit April hatten sie sich versteckt halten müssen. Grund hierfür waren Haftbefehle, die Rodrigo Lopez Henao bei der Staatsanwaltschaft erwirkt hatte, im Zuge seiner Strategie, Gemeindeanführer und Menschenrechtsverteidiger zu kriminalisieren und als gewaltbereite Unruhestifter darzustellen. Nach monatelangen Verhandlungen zwischen ihren Anwälten und der zuständigen Staatsanwältin, aber vor allem durch den konsequenten Druck sozialer Organisationen wie PAS und des Menschenrechtsbüros der Vereinten Nationen, ist der Albtraum für sie und ihre Familien nun endlich vorüber.

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Leben im Schatten eines Staudamms – PWS evaluiert die Begleitung neuer Gemeinden

Mary ist nicht die Einzige, der die Tränen kommen, wenn sie von der Zeit erzählt, bevor der riesige Staudamm errichtet wurde, der über uns thront. In Anbetracht der Landschaft, die sich uns bei unserem Besuch in der Gegend um den Sogamoso-Fluss zwischen Barrancabermeja und Bucaramanga bietet, ist es nicht schwer sich das Paradies vorzustellen, von dem die Gemeinde-Anführerin und die Bewohner der umliegenden Dörfer allesamt schwärmen. Doch damit ist es seit 2008 vorbei. Seit die Firma ISAGEN eines der größten Wasserkraftwerke Kolumbiens in der Region errichtet hat, hat sich ihr Leben radikal verändert.

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