KOLUMBIEN. “Kunst macht sichtbar”, schrieb einst der berühmte Paul Klee. Nicht selten denkt man bei Kunst an teure Malerei, schicke Museen oder Auktionen für Ultrareiche. Der künstlerische Ausdruck ist inmitten von Armut und Krieg aber genauso bedeutsam.
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Eine Entscheidung für die nächsten vier Jahre
KOLUMBIEN. Während sich in der Schweiz die Kandidierenden für die Parlamentswahlen am 20. Oktober bereit machen und für Stimmen kämpfen, passiert über den Atlantik hinweg in Kolumbien genau das Gleiche. Mit dem Unterschied, dass hier auf regionaler Ebene BürgermeisterInnen und GouverneurInnen um einen Wahlsieg kämpfen. Dazu werden eine Woche nach den Wahlen in der Schweiz, am 27. Oktober, fast 50 Millionen Kolumbianerinnen und Kolumbianer aufgefordert ihre Stimme abzugeben.
Continue readingEl Triunfo – die Kirchgemeinde und ihr Kampf
“Wenn sie mich hier wegholen, dann werdet ihr die Kirche weiter verteidigen” sagte Pfarrer Florentino Hernández zu den Frauen und Männern, die am 1 September zur Messe in seine Kirche gekommen waren, nachdem seine Verlegung offiziell für den 9. September angekündigt worden war.
Continue readingEinige Hilfsmittel zum Selbstschutz
KOLUMBIEN. Die zwei Nichtregierungsorganisationen Peace Watch Switzerland (PWS) und Pensamiento y Acción Social (PAS) aus Kolumbien arbeiten seit 10 Jahren im Kampf für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern zusammen. Als Menschenrechtsbeobachterinnen für PWS hatten Vera und ich die Möglichkeit, an einem wichtigen Workshop zur Analyse der Sicherheit und der Massnahmen des Selbstschutzes der Comunidades, der bäuerlichen Gemeinschaften, teilzunehmen.
Wir kämpfen für das, was uns der Staat verwehrt!
KOLUMBIEN. Anfangs Juni 2019 streikten die Schüler*innen elf staatlicher Schulen in Barrancabermeja, Santander. Aufgrund der Anfrage durch die in der Stadt ansässigen Nichtregierungsorganisationen und seitens der Schüler*innen nach internationaler Präsenz begleitete Peace Watch Switzerland (PWS) Teile des Streiks. Continue reading
Neuer Feind oder alter Gegner?
KOLUMBIEN. Der Dienstag, 18. Juni, sollte ein grosser Tag für die Comunidades El Guayabo und Bella Unión werden. Die Agencia Nacional de Tierra (ANT) hat die Comunidades besucht, um einen weiteren wichtigen Schritt im Prozess um das Brachland, auf welchem sich die Parzellen der Campesin@s befinden, einzuleiten. Der Tag, in den grosse Hoffnung gesetzt wurde, entpuppte sich für die Comunidades jedoch als Enttäuschung.
Angeklagt! Zehn Campesinos sagen aus
KOLUMBIEN. Die Stimmung im Saal ist aufgeheizt – im wahrsten Sinne des Wortes: Der heftige Regen letzte Nacht hat für einen Stromausfall gesorgt, sodass die Ventilatoren den Geist aufgegeben haben. Zusammen mit ca. 40 Personen aus Guayabo und Bella Unión sitzen wir im heissen Verhandlungsraum in Vijagual und wischen uns den Schweiss von der Stirn. Es ist die zweite Verhandlung im Fall Rodrigo.
Continue readingDer Kampf ums Land
HONDURAS. Wirklich hoch gehen sie nicht. Doch jedes Mal wenn der spitze, steil aufragende Bug des langen schmalen Bootes frontal in eine der hüfthohen Wellen sticht, peitscht die Gischt auf und verteilt sich als feiner salziger Sprühregen über die gut dreissig Passagiere. Die einen schreien dann laut auf aus Freude und Aufregung über die kühlende Dusche – etwa so wie beim Nervenkitzel auf der Achterbahn im Vergnügungspark. Bei jenen die nicht schwimmen können und sich beim Einsteigen als erste die Schwimmwesten übergezogen haben, scheint mir im Aufschrei auch eine leise Beklemmung mitzuschwingen.
Mit Schirm, Charme und Sombrero
KOLUMBIEN. Frühmorgens brechen wir in Richtung “El Garzal” auf. Während wir am Hafen auf unsere Chalupa (Boot) warten, geht am Rio Magdalena langsam die Sonne auf und wirft sanft ihr goldenes Licht aufs Wasser. So verschlafen wir uns noch fühlen, müssen wir beim Anblick des schönen Naturschauspiels zugeben: Morgenstund hat Gold im Mund. Wir sind zusammen mit der nordamerikanischen Menschenrechtsorganisation “Equipos Cristianos de Acción por la Paz” (ECAP), der kolumbianischen Menschenrechtsorganisation “Justapaz” sowie der staatlichen “Agencia Nacional de Tierra” (ANT) unterwegs.
“La Esperanza” y “Utopia”: das Vermächtnis von Berta Cáceres
HONDURAS. La Esperanza, ein schöner Name für eine kleine Stadt auf 1800 m Höhe in den grünen Bergen im Norden Honduras. Esperanza/Hoffnung auf Gerechtigkeit, auf Einhaltung der fundamentalen Menschenrechte, auf ein funktionierendes Rechtssystem, auf Respektierung der Rechte der indigenen Bevölkerung in ihrem Kampf um Wasser, Wald und Boden. Wünsche, die in Honduras in weiter Ferne liegen und nur im harten Kampf gegen Korruption, Vetternwirtschaft, Manipulation der Gesetze zugunsten der wirtschaftlichen Interessen der Machthaber und der Kriminalisierung der engagierten Bevölkerung erreicht werden können. La Esperanza, der Geburtsort von Berta Cáceres, der Mitbegründerin und Vorsitzenden der COPINH, der Basisorganisation, die sich für eben diese Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzt. Berta Cáceres, weltbekannte, unermüdliche und äusserst beliebte Kämpferin, die vor drei Jahren erschossen wurde, weil sie den Interessen der Regierung und ihren Wirtschaftspartnern im Wege stand. Continue reading