Eine der ersten CORONA-Maßnahmen der honduranischen Regierung war die Schaffung einer virtuellen Plattform[1] durch das Sekretariat von MIAMBIENTE. Damit sollten die Investitionen im Land weiterhin sichergestellt werden. Es handelt sich um eine Plattform zur Bearbeitung von Umweltlizenzen für extraktive Projekte. Solche Projekte haben in den vergangenen Jahren in Honduras ein schweres Konfliktpotential erzeugt. Continue reading
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Honduras. Wie wirkt sich die Corona-Krise in indigenen Gemeinschaften in Honduras aus?
Peace Watch Switzerland (PWS) begleitet seit 2018 die Gemeinschaft von Reitoca. Dort wehrt sich der indigene Rat der Lenca gegen den Bau eines Wasserkraftwerks. Ein Energie-Konsortium hatte von der Regierung die Lizenz dafür bekommen. Am oberen Flusslauf wurde bereits mit dem Bau begonnen. Der lokalen Bevölkerung hatte man erklärt, es sei ein kleines Projekt, das auch die Bewässerung der Felder flussabwärts begünstige. In Wahrheit werden für das Projekt grosse Rodungen vorgenommen. Den Dörfern unterhalb der Staumauer wird der Wasserhahn zudreht. Das gefährdet ihre Lebensgrundlage, Fischbestände werden zerstört. Continue reading
Honduras. “Hier sind wir, und wir geben auf uns alle acht!”
Mit diesem Satz antworten uns Gisela und Magdaleno, Mitglieder des indigenen Rates der Lenca in Reitoca, als wir sie nach der Situation ihres Volkes in diesem weltweiten Kontext der Pandemie des Virus Covid-19 fragen. Continue reading
Honduras. Eine Ausgangssperre, welche die am meisten Benachteiligten trifft.
Die Breite Bewegung für Würde und Gerechtigkeit (Movimiento Amplio por la Dignidad y la Justicia, MADJ), die von Peace Watch Switzerland (PWS) begleitet wird, ist in den verschiedenen Gemeinden präsent, die sich im Widerstand gegen extraktive Projekte befinden. Bezüglich der Notsituation in den Gebieten, in welchen sich die Menschen in sozialen Kämpfen organisiert haben, und ausgehend von den Maßnahmen, die im Land gegen die Ausbreitung des COVID-19 getroffen werden, teilte die Bewegung ihre Analyse mit uns. Continue reading
Honduras. Wie trifft dich COVID-19, wenn du arm und Migrant*in bist und dich in Honduras aufhältst?
Es ist eine Realität, dass das Coronavirus eine Pandemie ist, welche die Benachteiligten am meisten trifft. Wer eingesperrt zu Hause bleiben kann, hat eine Reihe von Privilegien, welche die Mehrheit der Menschen in der Welt nicht hat. Viele Honduraner*innen kennen diese Realität sehr gut – Personen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag leben – dem Geld, welches sie mit dem Verkauf auf der Straße (Baleadas, Saft, Früchte, Tortillas usw.) verdienen.
Krisenzustand in Kolumbien
Die Welt ist mit Corona in den Krisenmodus eingetaucht. Auch in Kolumbien sorgt die Regierung mit rigorosen Massnahmen dafür, dass die Bevölkerung in Zeiten der Krise durchhält, mitmacht, zu Hause bleibt, um dem drohenden Kollaps des sowieso bereits am Anschlag stehenden Gesundheitssystems Einhalt zu gebieten. Ein solcher hätte katastrophale Folgen. Und doch ist dieser Krisenzustand im Prinzip nichts Neues für die Bevölkerung eines Landes, das seit 60 Jahren und bis heute von Konflikten geprägt ist. „Protracted conflict“ wird der Zustand, in dem sich Kolumbien befindet, von Expert*innen oft genannt; ein sich hinziehender, langwieriger Konflikt. Mit anderen Worten: die Krise im Dauerzustand.
Continue readingHonduras. Notizen zur aktuellen Lage in Honduras.
Am vergangenen Montag, 16.3., hat die Regierung von Honduras anlässlich des Corona-Virus den Ausnahmezustand erklärt. Am 17.3. wurde in Choluteca die Sozialaktivistin und Leitungspersönlichkeit sozialer Bewegung, Aleyda Huete, festgenommen. Bewaffnete Kräfte drangen Zeitungsberichten zufolge in 240 Häuser ein, um nach Infizierten des C-Virus zu suchen.
Honduras. Erste Begleitungen von MenschenrechtsverteidigerInnen , Internationaler Frauentag in Tegucigalpa und Beobachtungen im Alltag
In der zweiten Woche nach meiner Ankunft im Projekt Acompañamiento Internacional en Honduas (ACO-H) von Peace Watch Switzerland (PWS) war ich bei Veranstaltungen dabei, an der Personen verschiedener sozialer Organisationen für die Rechte der widerständischen Bauern in Guapinol kämpften, die sich gegen Bergbau (der ihr Wasser vergiftet) wenden und kriminalisiert werden. Sie kämpfen für das Wasser und für ihr Leben. Einmal redete ein Professor der Soziologie aus Kanada, und seine englischen Worte wurden ins Spanische übersetzt. Er sagte aber nichts Neues, sondern nur das, was alle schon wussten.
Honduras. Reise Berlin – Tegucigalpa und erste Tage als Menschenrechtsbegleiter von Peace Watch Switzerland (PWS)
Von Berlin aus flog ich am Nachmittag des 16. Februar los. In Amsterdam musste ich umsteigen; von dort aus ging es nach Atlanta. Ich war im halbherzigen Winter gestartet, bei bedecktem Wetter. Auf dem langen Flug ging die Abenddämmerung lange nicht zuende, weil wir westwärts uns bewegten. Über Stunden konnte ich aus dem Fenster die Landschaft betrachten, während die Maschine uns über das Meer, über Island, über einen Teil von Grönland trug. Ich sah die Fiorde und dann Nordamerika. In Atlanta befand ich mich wieder im halbherzigen Winter. Hier musste ich die ganze Nacht über warten. 12 Stunden später setzte ich die Reise fort. Das Flugzeug startete in nebenverhüllter Landschaft. Noch einige wenige Stunden vergingen über dem Golf von Mexiko, und ich sah Land unter uns; bald landeten wir in einer Stadt, die zwischen lauter Hügeln liegt, Tegucigalpa. Wie würde es werden, so lange Zeit in diesem kleinen Land, in dem so viel Gewalt passierte?
Letzte Arbeitstage in Kolumbien
Es kam ganz anders, als geplant. Letzte Woche noch hatten Maritza Gutiérrez, unsere Koordinatorin in Barrancabermeja, Felicitas und ich, Ideen entwickelt, wie wir die Schließung von Peace Watch Kolumbien mit den Kleinbauernorganisationen gestalten wollten. Mit einer schlichten Feier wollten wir vor Ort einen Schlusspunkt setzen und die Internationale Begleitung offiziell beenden.
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