KOLUMBIEN. Berraca ist das kolumbianische Wort für „starke Frau“. Es steht für alles was Frauen hier in den letzten Jahren durchmachen mussten und vor allem dafür, dass sie trotzdem weiter kämpfen. Für ihre Rechte, für Ihre Familie, für Ihre Würde.
Starke Frauen treffen wir hier an jeder Ecke. Frauen, deren Männer umgebracht wurden. Frauen, deren Söhne bei den Guerilla, Paramilitärs, Drogendealer sind. Häufig sind auch zwei Söhne aus der gleichen Familie in zwei verfeindeten Gruppen. Frauen, die Gewalt erfahren haben. Die mit ihrer Familie flüchten mussten, die von heute auf morgen alleine im Leben standen weil ihr Partner verschleppt wurde.
Frauen, die sich, trotz all dem Unrecht welches Ihnen widerfahren ist, zusammen tun, aktiv werden, laut sind, sich nicht einschüchtern lassen.
« La chaleur de l’Orient est étouffante »
GUATEMALA. On m’avait mise en garde : « la chaleur de l’Orient est étouffante, surtout en cette période de l’année ». C’est donc sous un soleil de plomb que nous frappons à la porte du centre de détention de Zacapa, petite ville de l’Orient, tranquille à priori. Aujourd’hui nous avons rendez-vous avec trois détenus de la communauté de Corozal Arriba. Continue reading
La violence policière au Guatemala
Text auf Deutsch / texto en español
GUATEMALA. La police, sans compter l’armée, est la principale force étatique à qui est octroyée le monopole de l’utilisation de la violence. Le concept de violence est relativement large et comprend aussi bien la force physique que la surveillance, la répression et le maintien d’une sorte d’organisation sociale. Un tel concept se manifeste de différentes manières selon les circonstances et les acteurs impliqués. Cependant, cet usage de la violence trouve ses racines dans la structure même de l’Etat et de la société : c’est pourquoi il est nécessaire de l’analyser comme faisant partie d’un système qui la produit et en a besoin. Continue reading
Hallo Barrancabermeja!
KOLUMBIEN. Vor fast einer Woche sind wir nun in Barrancabermeja angekommen. Nach 10 Tagen Einführung inBogotá, bei der wir unter Anderem die Spanische, Deutsche und Schweizer Botschaft besucht haben, so wie sehr viel über Kolumbien, seine Geschichte und den immer noch andauernden Konflikt gelernt haben. Bogotá hat uns fasziniert mit all seinen Facetten, allerdings haben wir viel gefroren und so haben wir uns über die Hitze in Barrancabermeja sehr gefreut. Die Dame am Busterminal schaute uns zwar so an, als könnte sie nicht ganz glauben, dass wir zwei typischen Backpacker Mädels wirklich nach Barrancabermeja wollten und sie sich nicht verhört hatte. Nachdem wir nochmals klargestellt hatten, dass sie schon richtig verstanden hatte und dass wir tatsächlich top-motiviert in diesen Bus steigen wollten, konnte die 10 stündige Fahrt auch schon beginnen!
Internationale Woche der Frauen – Menschenrechtsverteidigerinnen im Blickpunkt
GUATEMALA
Aus dem Leben von Maya Ch’orti’ – Leaderinnen
Im Rahmen der internationalen Woche der Frauen haben wir zwei Menschenrechtsverteidigerinnen der Maya Ch’orti’-Region interviewt. Die befragten Frauen sind Elfa Marina Escalante Vásquez, indigene Bürgermeisterin der Ch‘orti‘-Gemeinschaft, und Yesenia Eunice Martínez, Ch‘orti‘-Aktivistin und zurzeit Repräsentantin der Ch‘orti‘-Gemeinschaft Corozal Arriba, deren indigener Bürgermeister José Méndez Torres und Schatzmeister Melvin Álvarez García und fünf weitere Gemeinschaftsbewohner kriminalisiert wurden und in Untersuchungshaft auf ihren Gerichtsprozess warten müssen, der am 25. Mai 2018, mehr als ein Jahr nach den ersten Festnahmen, stattfindet.
Settimana internazionale della donna: la voce alle attiviste indigene Maya Ch’orti
GUATEMALA. Nell’ambito della settimana internazionale delle donne, abbiamo intervistato due attiviste per la difesa dei diritti umani dell’area Maya Ch’Orti. Le donne intervistate sono Elfa Marina Escalante Vásquez, autorità indigena di Campanario Oratorio, e Yesenia Eunice Matínez, autorità indigena della comunità di Corozal Arriba. Quest’ultima sostituisce attualmente il sindaco di Corozal Arriba José Mendez Torrez, che insieme al tesoriere Melvin Alvarez García ed altri cinque compagni della comunità si trovano attualmente in carcere preventiva, vittime della criminalizzazione, in attesa del processo che si terrà il prossimo 25 maggio 2018.
8. März – internationaler Tag der Frauen in Guatemala
GUATEMALA
Wenn die Legende sich in der Realität bestätigt
Der 8. März hat in Guatemala dieses Jahr eine besondere und wuterregende Bedeutung: Heute vor genau einem Jahr wurden in einem sogenannten “Sicheren Heim” 56 Mädchen und junge Frauen eingesperrt und verbrannt. 41 kamen dabei um ihr Leben (s. Blog-Eintrag “Trauer, Wut und Empörung”) . Dies am 8. März, weil sie am Vortag versucht hatten, vor den Gräueltaten, der sexuellen Gewalt, dem Menschenhandel und den Misshandlungen, die sie im Heim tagtäglich durchleben mussten, zu fliehen. Sie wählten dieses Datum aus, um auf ihre missliche Lage aufmerksam zu machen, die sie bereits vermehrt gemeldet und angeklagt hatten, jedoch ohne gehört zu werden und ohne, dass ihnen Glauben geschenkt worden wäre.
Kriminalisierung des Ch‘orti‘-Volkes
GUATEMALA. Statt mit ihren Familien verbringen José, Melvin und Ignacio ihre Festtage im Untersuchungsgefängnis Los Jocotes in Zacapa. Am 19. Mai 2017 wurden José Mendez Torres, indigener Bürgermeister von Corozal Arriba sowie der Schatzmeister derselben Gemeinschaft, Melvin Álvarez García, verhaftet. Am 9. Juni nahm die Polizei (PNC) in der Gemeinde La Union, Departement Zacapa, Ignacio Sacarías Vasquez und bis Dezember 2017 vier weitere Dorfbewohner fest.
Unterwegs für mehr Solidarität
GUATEMALA. Die Guatemalanetze Bern und Zürich organisieren im Februar 2018 eine zweiwöchige Delegationsreise nach Guatemala. Im Zentrum stehen Besuche und Austausch mit MenschenrechtsaktivistInnen und -organisationen in Guatemala Stadt sowie in den Regionen Huehuetenango und San Marcos. Insgesamt werden zwölf Personen aus der Deutschschweiz nach Guatemala reisen. Die Redaktion des «Infobulletins Guatemala-Netz Zürich» hat die Reiseteilnehmerin und ehemalige PWS-Freiwillige Michèle Jöhr aus Bern nach ihren Beweggründen und Erwartungen gefragt.
Kolumbien: Staat verrät Opfer des Konflikts – illegale Vertreibungen gehen weiter
Kurzfassung und deutsche Übersetzung des Artikels von Florence Oberholzer. Hier geht’s zur ausführlichen Version in Englisch, mit Bildern und Bibliographie.
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Das bittere Gefühl von Ohnmacht angesichts sozialer Ungerechtigkeit, besonders wenn sie vom Staat verantwortet wird, kann überwältigend sein.
Am Mittwoch, 13. Dezember fand ein regelrechter Coup statt in den beiden Dörfern von El Guayabo und Bella Unión im Departement Santander, durchgeführt von der lokalen Regierung und der Polizei: eine Zwangsräumung der Parzellen von neun Familien – mindestens 40 Personen sind davon unmittelbar betroffen, da ihre Lebensgrundlage und ihr Einkommen aus diesen Parzellen stammen. Drei weitere Parzellen und etwa 20 Personen mehr sind durch die Weiterführung der Zwangsräumung bedroht. Eine humanitäre Krise ist zu erwarten.