Der «Día Internacional de la Madre Tierra» in El Estor

22. April – Internationaler Tag der Mutter Erde, nicht Tag der ‘Umwelt’ oder Tag der ‘Schöpfung’

So wurde es am 22. April 2009 von den Vereinten Nationen mit der Resolution A/RES/63/278 festgelegt.[1] Es gibt viele internationale Tage, aber ohne Gesicht bleiben sie Pflicht oder leere Hülse. So erging es mir bisher mit dem 22. April. Er war ein gewöhnlicher Tag, wenn er nicht auf Ostern fiel. Das hat sich geändert, seit ich als Menschenrechtsbeobachterin für ACOGUATE tätig bin. Der Tag trägt nun das Gesicht von Angélica Choc, einer aussergewöhnlichen Frau, welche seit der Tötung ihres Gatten Adolfo Ich Chamán am 27. September 2009 nicht nur Witwe, sondern zur unentwegten Menschenrechtsverteidigerin wurde. Mit der Namensgebung «Dia de la Madre Tierra» haben die Vereinten Nationen damals bewusst ein Zeichen zur Anerkennung der indigenen Völker gesetzt. Zwei Acos durften den wichtigen Gedenktag kürzlich vor Ort beim Haus von Angélica Choc in El Estor am Lago de Izabal miterleben. Wie kam es dazu?

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Der Fluch des schwarzen Goldes

Seit Anfang dieses Jahres begleitet Peace Watch Switzerland wieder die Gemeinde El Hatillo im Nordosten Kolumbiens. Die Gemeinde sitzt regelrecht auf Kohle und rundherum wird diese in verschiedenen Minen abgebaut. Die Dorfgemeinschaft ist den Folgen des Kohletagebaus schutzlos ausgesetzt. Ende März besuchten wir El Hatillo zum ersten Mal. Dort haben wir eine Woche lang die Líderes der Gemeinde bei ihrem Kampf für eine rasche und faire Umsiedlung begleitet.

Ein Berg, der keiner ist

Schon von Weitem sehen wir die riesigen Abraumhalden der Mine. Auf den ersten Blick sehen sie aus wie Berge und dominieren die sonst flache Landschaft. Sie sind durch das Aufschütten vom Aushub aus dem Tagebau entstanden. Unser Tuk-tuk rattert in Schlangenlinien über die unebene Landstrasse, die von der Kleinstadt La Loma zum Dorf El Hatillo führt. Die Strasse ist auf beiden Seiten mit Stacheldraht eingezäunt, auf der einen Seite liegt die Mine, auf der anderen die trockene Steppe, beide sind im Besitz des Bergbauunternehmens. Der Boden ist von einer weiss-grauen Staubschicht bedeckt, Staub vom Kohletagebau der benachbarten Mine. Das Dorf El Hatillo liegt in mitten des Kohleabbaugebietes. Seine unmittelbaren Nachbarn sind niemand Geringeres als drei Kohleminen der internationalen Rohstoffgiganten Drummond, Glencore Xstrata mit ihrer Tochterfirma Prodeco und CNR (Colombian Natural Ressources), welche dem US amerikanischen Finanzinstitut Goldman Sachs gehört.

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No a la Mineria ! Klare Ansage aus San Carlos Alzatate

Ende November hat das Municipio San Carlos Alzatate eine Volksbefragung durch eine ‚Consulta de Vecinos’ durchgeführt. Die Gemeinde nimmt damit Stellung zur weiteren Vergabe von Schürfrechten. Ein Bericht über die Dynamik von regionalem Zusammenhalt, fehlendem Kaffee, Schlaglöchern und dem Wunsch einer Region nach Selbstbestimmung über Grund und Boden.

Wir treffen die Mitglieder der lokalen Bürgergesellschaft früh morgens auf einem verschlafenen Parkplatz am Stadtrand von Mataquescuintla. Peace Watch Switzerland / ACOGUATE begleitet die Consulta mit internationalen Beobachtenden und die Gemeinschaft hat sich über die Vermittlung eines Bekannten angeboten, uns in den etwas entlegenen Austragungsort der Consulta mitzunehmen. Die Gesellschaft hat aktiv in der Abstimmungsvorbereitung mitgearbeitet und hofft auf ein klares ‚No’ gegen neue Minenlizenzen. Jeder hat hier seine eigene Geschichte und Gründe, das gemeinsame Ziel über Selbstbestimmung des Bodens bleibt. Einige Mitglieder reisen aus abgelegenen Weilern zum Treffpunkt an, wir warten deshalb mit dem Erwachen des Tages ab, wie sich der Innenhof unseres Besammlungsorts langsam aber konstant mit interessierten Vecinos (‘AnwohnerInnen’) füllt. Ich möchte Kaffee. Gibt es erfahrungsgemäss selten in einem verhältnismässigen Umkreis. Auch ein paar Monate nach meiner Ankunft in Guatemala ist mir immer noch unklar, wie ein Land, das an jeder Ecke Kaffeeplantagen anbaut, beinahe gar kein Interesse am Konsum zeigt. Für mich immer wieder eine Herausforderung. Merklich geschwächt vom Koffeinmangel verteilen wir uns auf die bereitstehenden Pick-ups. Die aus Kies und Lehm gestampften Wege in die Gemeinden sind schwierig. Enge Kurven, ausgespülte Schlaglöcher und steile Abhänge verlangen Routenkenntnisse. Unser Fahrer, die Gelassenheit in Person, bringt uns unter der Begleitung von fröhlich-lautem Marimba-Sound zum ersten Wahllokal im Hauptort San Carlos. Continue reading

El Estor: Schüsse gegen das Haus der Menschenrechtsverteidigerin Angélica Choc

Am Freitag, den 16. September 2016, wurden von bislang Unbekannten Schüsse gegen des Haus unserer Begleiteten Angélica Choc abgegeben, während sie und zwei ihrer Kinder drinnen am schlafen waren. Am Morgen rief sie die Polizei, die Patronenhülsen auf der Strasse und vier Einschusslöcher in der Wand des Hauses fand. Momentan gibt es noch keine Verdächtigen für den Vorfall.

Zwei unserer Acompañantes reisten in der Folge nach El Estor und von dort mit Angélica nach Morales im Departament Izabal, damit sie Anzeige erstatten kann.

Angélica Choc ist Menschenrechtsverteidigerin und unter anderem Klägerin in einem Gerichtsverfahren gegen den ehemaligen Sicherheitschef der Compañia Guatemalteca de Niquel, CGN. Der Angriff geschieht zum Zeitpunkt, als sich dieser Prozess in einer entscheidenden Phase befindet. Es wird erwartet, dass der Prozess bald ein Ende nimmt. Wir begleiten auch den Prozess seit Monaten, obwohl er hinter verschlossenen Türen stattfindet. Unsere wöchentliche Präsenz ausserhalb des Gerichtssaals gibt Angélica moralische Unterstützen und ist auch ein Signal an den lokalen Justizapparat, dass die internationale Öffentlichkeit darüber informiert wird, was in Puerto Barrios (6 Busstunden östlich von Guatemala Stadt) entschieden wird. Continue reading

Indigene Gemeindeanführer freigesprochen

Der Prozess gegen sieben Anführer der Maya-Q’anjob’al gegen Wasserkraftprojekte in Huehuetenango endet nach über einem Jahr Haft mit Freisprüchen. Nach elf Verhandlungstagen kam das Gericht am Freitag, 22. Juli 2016, zu dem Schluss, dass die Anschuldigungen ungerechtfertigt waren und die sieben Angeklagten sofort freigelassen werden müssen.

Richterin Yassmin Barrios erklärte nach dem Urteilsspruch: “Wir Richter dürfen nicht instrumentalisiert werden. Es kann nicht sein, dass Personen ohne Beweise verhaftet werden. In diesem Fall liegen keine Beweise vor. Die Angeklagten sind unschuldig. Sie wurden ungerechtfertigter Weise als indigene Führer angeklagt. Das Justizsystem und die Unternehmen rufe ich auf, es zu unterlassen, weiterhin die indigenen Völker zu kriminalisieren. Wir alle haben das Recht, in Frieden zu leben.”

Der ganze Artikel von Barbara Klitzke Rozas (2014 als PWS-Freiwillige in Guatemala im Einsatz) vom 25. 07. 2016 kann auf amerika21 gelesen werden.

Gute Nachrichten aus Las Pavas

Rückkehrplan und geplanter Ausbau von Infrastruktur

Die ca. 120 Kleinbauernfamilien von Las Pavas, welche sich in der Bauerngemeinschaft ASOCAB (Asociación de Campesinos de Buenos Aires) zusammengeschlossen haben, wurden im Jahr 2003 das erste Mal von ihrem Land vertrieben. In den Folge-jahren kam es zu drei Rückkehrversuchen, jedoch mussten die KleinbäuerInnen aus Sicherheitsgründen ihr Land jedes Mal erneut verlassen. Die vierte und letzte Vertreibung fand im Jahr 2009 durch die Sicherheitskräfte der Palmölfirma Aportes San Isidro statt. Continue reading

Landesweiter Marsch im Zeichen des Wassers

In der Woche vom 22. April 2016 fanden landesweit Märsche und Aktionen im Namen des Wassers statt, die sich am Freitag, 22. April, zum Tag der Mutter Erde in Guatemala Stadt trafen und eine Revision des Gesetzes  über das Abzweigen von Wasserläufen forderten. Viele der Organisationen oder Einzelpersonen, die wir (ACOGUATE) begleiten, beteiligten sich daran. Da unsere Begleitung jedoch nicht gefordert wurde, konnten wir leider nicht teilnehmen.

Ich hatte jedoch die Ehre, den unabhängigen Journalisten Timothy Boston kennen zu lernen, der die Bevölkerung im Aufmarsch begleitete und seine Erfahung in nachfolgendem Artikel und Fotoaufnahmen kundgibt.

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La lotta contro il “Mega progetto idroelettrico di Xalalà”

Un tema cruciale nello stato del Guatemala, e più specificamente nella regione di Ixcan/Coban, è il conflitto socio-ambientale: popolazione e diritti umani sono minacciati da megaprogetti incrementati da imprese sostenute dal governo, in particolare dalla costruzione della diga di Xalalà sul fiume Chixoy, il terzo più grande dello Stato. Si tratta di un progetto idroelettrico mastodontico e la diga diverrebbe la seconda per capacità.

Il governo di Otto Pérez Molina (presidente dal 2012 al 2015) l’ha dichiarato una priorità per lo Stato senza verificare altri metodi alternativi, ne considerando l’impatto ambientale seppur, secondo uno studio del “Banco Interamericano de Desarrollo”, l’America Latina abbia un gran potenziale di fonti di energie rinnovabili locali. L’obiettivo dell’ex presidente Pérez Molina di: “contribuire allo sviluppo energetico sostenibile del paese con equità sociale e rispetto per l’ambiente”, ha generato sviluppo ma, nel contempo, ha violato i diritti umani dei nativi coinvolti. Negli ultimi anni questo conflitto si è esteso, aumentando le sfide alla giustizia sociale.

Il diritto dei popoli indigeni afferma che essi devono essere consultati per tutti i progetti che hanno delle conseguenze sulle loro vite e sul loro territorio, ma, purtroppo è spesso disatteso.

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Berta Cáceres ist nicht gestorben – sie hat sich vervielfacht

Ich war im Herbst 2014 bis anfangs 2015 während etwas mehr als fünf Monaten für Peace Watch Switzerland als Menschenrechtsbeobachter im Einsatz in Honduras und habe in dieser Zeit regelmässig auf diesem Blog von meinen Erfahrungen berichtet. Obwohl ich nun bereits seit einem Jahr zurück in der Schweiz bin, verfolge ich nach wie vor ein wenig, was in Honduras vor sich geht.

Am 3. März erhielt ich die traurige Nachricht, dass Berta Cáceres, eine der wichtigsten und bekanntesten Persönlichkeiten der Menschenrechts- und Umweltschutzbewegung in Honduras Opfer eines grausamen Mordanschlags wurde. In der Nacht auf den 3. März sind zwei vermummte Personen in ihr Zuhause eingedrungen, haben sie brutal überwältigt und mit mehreren Schüssen getötet.

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Nach 28 Monaten unschuldig in Haft endlich frei

Kriminalisierung Der Bisher langwierigste Prozess von Kriminalisierung im Norden Guatemals ist beendet und von den Richtern als solcher anerkannt worden.

Die bereits im Oktober freigesprochenen, politischen Gefangenen Saúl Mendez und Rogelio Velásquez konnten schließlich in ihre Gemeinde zurückkehren. Die Menschenrechtsverteidiger aus Barillas, im Norden des Departement Huehuetenango, sind Teil des Widerstands der lokalen Gemeinden gegen den Ausverkauf ihres Territoriums. Sie wenden sich gegen den Bau der Wasserkraftwerke Cambalam I y Cambalam II, durch die spanische Firma Hidro Santa Cruz S.A.

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